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Hippo Campus – Bambi

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„Eigentlich wollten wir bloß Musik machen, die unsere Freunde zum Tanzen bringt.“ Einer Band, die sich in der feucht-frechen Uni-Periode gründet, sieht man nach, dass tieferer Sinn hedonistischer Zweckmäßigkeit hinterher hinkt.

Dass die musikalische Entwicklung von Hippo Campus nun doch im Gleichschritt zu ihrer persönlichen Reifung verlaufen ist – darüber lässt sich auf „Bambi“ nicht streiten.

Hierauf wirken Jake Luppen, Nathan Stocker, Zach Sutton und Whistler Allen wie gezähmte Schwiegersöhne, die das Prinzip konzeptualisierter Indie-Paradigmen bestens verinnerlicht haben. Und das ist keinesfalls despektierlich gemeint.

Dem Zweitling der College-Truppe aus St. Paul ist anzumerken, dass gegenwärtige Diskurse in puncto #MeToo, Angsterkrankungen oder zwischenmenschlicher Trennungseskapaden hier genauso akribisch ineinander fließen wie die detailreichen Sound-Komponenten aus Synthesizer-Sperenzchen, analogen Drum-Computer-Beats, ausladenden Rock-Rüpeleien und ausgefeilten Songstrukturen.

Schon der Opener „Mistakes“ legt Zeugnis über die neu gewonnenen Ambitionen ab, kletten sich hier bereits choral vorgetragene Vocals an ein orchestral anmutendes Synth-Arpeggio, das am Ende zu einem schlafwandelnden Bewusstseinsstrom aggregiert.

Erstes Fazit: Hierzu tanzt erstmal niemand mehr.

Titel wie „Anxious“ nehmen dann wieder endorphine Pop-Bausteine in Anspruch, die in ihrer Stadiontauglichkeit unentwegt an Genregeschwister wie Imagine Dragons erinnern.

Abrupte Tempowechsel, kalkulierte Breaks und hochfrequente Synth-Module formen „Doubt“ derweil zu einem futuristischen Potpourri, das sich an dieser Stelle gut und gerne als Avant-Pop labeln lässt, während der anschließende Titeltrack samt seiner kindlich-naiven Melodik, wobbelnder Bässe und reduziert gehaltenen Stahl-Akkorden als fluffige Spätsommer-Hymne durchgeht.

Zweites Fazit: Man darf die Tanzschuhe wenigstens mal wieder aus dem Keller holen.

Hippo Campus zeigen auf „Bambi“ jedoch auch zuverlässig, dass ihr Name – im Hippocampus prasseln sämtliche sensorische Eindrücke aufeinander – auch in den von ihnen produzierten Klang übersetzt werden kann.

Unterschiedlicher als in „Bubbles“, wo sich Noise-Gewitter und ambientes Couleur die Waage halten, oder wie in „Why Even Try“, das neben seinem süßlichen Akustik-Folk-Start-Up in knittrigen Indie-Rock übergeht, könnten die Eindrücke gar nicht sein.

Drittes Fazit: Die Tanzschuhe passen noch.

Letztlich aber, und das ist entscheidend, bieten Hippo Campus auf „Bambi“ so gut wie keinen Song, der sich im Hippocampus auch tatsächlich festsetzt. Hierzu muss man schon – sofern man es bis hierhin überhaupt schafft – auf den ambitionierten Closer „Passenger“ warten:

Infektiöse Afro-Pop-Rhythmik, schillernde TR-8-Bits, donnernde Bassdrums und überraschende Bläsersektionen bereiten hier einen dämmernden Fade-Out vor, der am Ende nichts als die sedierte Wonne einer überstandenen Panikattacke übrig lässt.

Letztes Fazit: Besser doch auf der Couch bleiben.

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