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The Paper Kites – On The Corner Where You Live

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Alben, die man besser alleine hört, gibt es viele. Sei es, weil sie zu peinlich sind, um sie vor anderen aufzulegen, zu persönlich, zu einnehmend, zu fordernd oder einfach der private Schatz schlechthin.

The Paper Kites haben jetzt auch eines, das man besser mit sich selbst ausmacht. Es zählt zu der Sorte, mit der man sich bei schlechtem Wetter isoliert und in alten Panini-Heftchen blättert. Der Regen prasselt gegen das Dachfenster, die Kindheitserinnerungen grüßen verwaschen aus einer anderen Welt.

„On The Corner Where You Live“ betont dieses ambivalente mellow Feeling, das sich Ende der 80er und noch weit in die 90er hinein sehr gut verkaufte, von dem aber kaum jemand gehört haben will. Fury In The Slaughterhouse und Spandau Ballet haben eben viel mehr heimliche Käufer als offizielle Fans.

Die Australier saugen an diesen anachronistischen Erinnerungen und verzichten auf die allzu kitschigen Spitzen, mit zeitgemäßerem Sound und so viel Ambient wie möglich.

In den besten Momenten, wie dem flott verträumten Titeltrack, reicht das sogar beinahe an die großen The War On Drugs heran, wenn Gitarren und Schlagzeug mehr Räume als Türen haben.

„On The Corner Where You Live“ ist das Mid-Tempo-Sequel zum Anfang des Jahres erschienenen „On The Train Right Home“, das mit ultra-weichgezeichnetem Singer/Songwriter-Folk überzeugte, aber im direkten Vergleich die Tiefe vermissen lässt.

Erst mit dem zweiten 2018er-Album wird wieder deutlich, warum Frontmann Sam Bentley eben nicht der bessere Solokünstler ist, und wozu er seine Mitstreiter hat. Für großes Volumen, dass sich so klein machen lässt, dass es in alte Speicherkartons passt, um von dort das Gedächtnis zu fluten.

„Midtown Waitress“ oder „When It Hurts You“ sind über weiten Strecken so perfekt gefühlsduselig, dass das kritische Unterbewusstsein immer mithorcht und vereinzelt Unbehagen in das wonnige Schaumbad kippt. So lange niemand mithört, hat es keine Chance.

Nein, „On The Corner Where You Live“ ist kein Album, mit dem man exzessiv hofieren geht, sondern eines, für das man sich womöglich sogar Mut antrinken müsste, um es zu verteidigen, aber dann doch so viel mehr als nur Guilty Pleasure.

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