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Cat Power (Credit Eliot Lee Hazel)

Cat Power – Wanderer

Leicht hatte es Chan Marshall alias Cat Power selten. Ihre aufreibende Biografie zwischen Abstürzen, Entzügen und Model-Glamour hat in ähnlicher Form einigen Kolleg*innen den kreativen Geist ausgeknockt. Sie blieb jedoch trotz des wackeligen Bodens, auf dem sich ihr Leben in weiten Teilen abspielte, stets in der Lage, die vorherrschende Gefühlslage in Noten zu packen, um daraus neue Kraft zu gewinnen.

Zwischen dem letzten, elektronisch orientierten, Werk „Sun“ und dato gab es weitere prägende Ereignisse im Leben der Musikerin. Eine enge Freundin musste für immer gehen und sie wurde Mutter. Genug also, um Eindrücke für ein komplettes Album zu generieren.

Die 11 Tracks auf „Wanderer“ überblicken jedoch einen weit größeren Zeitraum als den der letzten Jahre. Sie berichten, unterstützt von vielen Wegbegleitern aus den vergangenen zwei Jahrzehnten, von der Entwicklung, die Cat Power als Künstlerin von ersten bis zu ihrer mittlerweile zehnten Platte genommen hat.

Musikalisch wendet sie sich den eigenen Wurzeln zu, folgen „Black“ oder „Me Voy“ jenem LoFi-Sound, mit dem ihre Songs samt deren inkludierten Charme von DIY-Aufnahmen die Herzen der Zuhörer gewann. Mit „You Get“ ist Chan dem großen „What Would The Community Think“ Album nah wie lange nicht.

Ihre Erzählungen von der Liebe, der Ruhelosigkeit und dem (Selbst-)Zweifel illustrieren erneut die Zerbrechlichkeit eines Individuums, welches in Opposition zu der charismatischen Sängerin steht, die es gleichermaßen verkörpert.

Lana Del Rey ist eine öffentlich ähnlich wahrgenommene Person. „Woman“ gemeinsam mit ihr kann dennoch nicht überzeugen. Zu weit entfernt ist Cat Power von dem Pop-affinen, mit dem Del Rey weibliches Selbstbewusstsein zu transportieren pflegt.

Wenn zwischenzeitlich auch das Licht des Aufbruchs auf die Tracks leuchtet, beugt sich vorsichtig Optimistisches nicht nur in den bewegenden „In Your Face“ oder „Nothing Really Matters“ einsamen Piano-Tönen der Schwermut, und hat sich die Suchende mit dem abschließenden „Wanderer/Exit“ im Kreis gedreht.

Cat Power wird auch weiterhin all das auf sich projizieren, was als gescheiterter amerikanischer Traum gehandelt wird. Möge ihr Sohn Anker für eine Rastlose werden.

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