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Paul Smith (Credit Ivan Jones)

Paul Smith – Diagrams

Wie schon 2014/2015 folgt auch jetzt auf eine Maxïmo-Park-Platte nur ein Jahr später das Soloalbum ihres Frontmanns. Manche zählen bereits drei. Doch in Wirklichkeit kommt Paul Smith bisher nur auf zwei Soloplatten, plus eine gemeinsame mit Field Music-Chef Peter Brewis – über das Reisen.

Seine tatsächlich dritte Platte ist eine, die nicht stört, wenn man sich auf Wichtigeres konzentrieren muss. Und das im besten Sinne. Um permanent die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, fehlt Smith auf „Diagrams“ jemand wie Brewis, der die anspruchsvollen Arrangements schreibt, die seine Poesie tragen.

Stattdessen ist Smith näher dran an seiner Hauptband als zuletzt, ohne die Dringlichkeit von „Our Earthly Pleasure“ einzufordern. Locker flockig geht es im Indie-Rock-Stechschritt durch „Silver Rabbits“, „John“ und dem zweifellos tollen „Syrian Pylais“, das bei Maxïmo Park die beste Figur abgegeben hätte.

Smith jagt mit „Diagrams“ oft sein eigenes Rumpelstilzchen, das den Indie mit großen Hüten vereinnahmt. Selbst die Themen sind die gleichen: Er singt vom politischen Chaos in England und der Welt, einem Klima des Misstrauens in der Downing Street und den digitalen Pflichveranstaltungen:

„I could have checked the news/ And the number of views/ In the public eye/ Never asked myself why“ heißt es im dezidiert mit Streichern und allerhand sonstigem Instrumentarium beladenen Opener „Public Eye“. Das rauscht alles sehr angenehm vorbei, während die wichtigsten E-Mails des Tages auf ihre Antworten warten.

Und dann sind da plötzlich Songs wie die schummrigen, an Nick Cave geschulten „Lake Burley Griffin“ und „Your Orbit“ oder das mit Saxofon herrlich britische, im Stile eines Morrissey vorgetragenen „Hollywood Hills“, die einen aus der fokussierten Arbeit reißen, weil sie so einnehmend ausfallen.

In diesen Situationen zeigt sich das wahrhaftige Songschreibe-Talent Smiths, dessen immerwährender Sinn für spitzfindige Lyrics gerade dann auch am besten zur Geltung kommt.

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