The Wave Pictures – Look Inside Your Heart

Es gibt Künstler und Musiker, die sich nicht unbedingt durch unübersehbares Charisma oder den beeindruckendsten und saubersten Sound auszeichnen, sondern vor allem durch Sympathie. Für viele sind wahrscheinlich Mac De Marco oder Slacker-Queen Courtney Barnett solche Musiker. Mit The Wave Pictures gehört aber auch ein Dreiergespann in diese Kategorie.

Nicht jeder Ton sitzt, nicht alle Schlagzeug-Einsätze wirken abgesprochen und insgesamt fühlt es sich auf „Look Inside Your Heart“ eher so an, als sei man gerade in die Probe einer Garagenband geplatzt. Doch sind ist ein Sound, der nach Amateur und Wohnzimmer-Studio klingt gleich ein Mangel?

Nein. Besonders dann nicht, wenn die Songs und Melodien trotzdem Spaß machen. The Wave Pictures siedeln mit ihrem durchgehenden Lo-Fi-Sound in einer Ästhetik der 60er und 70er Jahre an und lassen sich dennoch nicht eindeutig dort einordnen.

„House By The Beach“ setzt auf knurrende Blues-Gitarren und Ohrwurm-Melodie, während der Opener „Roosevelt Skyes“ noch eher einen Eindruck weitergibt, wie Weezer als Schülerband hätte klingen können.

Der Titelsong greift den Blues zwar wieder auf, zeichnet sich aber vor allem dadurch aus, dass die Backroundsängerin stetig „Look Inside Your Heart“ wiederholt, während Frontmann David Tattersall den Anschein erweckt, als würde er seinen Gesangspart komplett improvisieren.

Überhaupt halten The Wave Pictures es bei den Lyrics eher simpel: Der Songtitel steht bei den meisten Stücken im Fokus des Geschehens, nur bei „Dodge City Blues“ artet es in abwechslungsreichen Sprechgesang aus.

Charmant ist auch der Versuch einer Ballade mit „Shelly“. Keyboard-Sounds und eine gezupfte Gitarre unterstützen Tattersall bei seinem Leid, während er bekennt: „I am my own worst enemy, be kind to me“.

Der durchgehende Eindruck einer spaßigen Jamsession macht die Musik von The Wave Pictures eher kurzweilig, aber bei weitem nicht belanglos. Denn gerade, weil sich die Anlehnungen an vergangene Zeiten so überlagern und sich dennoch kaum zuordnen lassen, sind ihre Songs zeitlos.

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