Robyn veröffentlicht (endlich) „Honey“. Das Album ist das erste Solo-Release seit acht Jahren und wurde von den Fans der schwedischen Sängerin sehnlichst erwartet, um nicht zu sagen, eingefordert. Der Grund, wieso und die Art, wie sie das getan haben, sind nicht nur eine nette Story, sie zeigen uns einmal mehr, wie die Musikindustrie heute funktionieren kann.

Alles beginnt 2012, zwei Jahre nach Veröffentlichung der letzten Platte „Body Talk“. Schauspielerin, Autorin und offenbar Robyn-Fan Lena Dunham arbeitet an der ersten Staffel einer gewissen Serie namens „Girls“ und wählt „Dancing On My Own“, einen Robyn-Song, für eine ziemlich prominente Stelle darin aus.

Die Serie profitiert, der Song und das Album profitieren, alle sind glücklich. So glücklich, dass die Beteiligten das Ganze gerne wiederholt hätten. Das Problem: 2016, als Dunham an der finalen „Girls“-Staffel arbeitet, gibt es immer noch keine neue Robyn-Musik. Die Lösung des Problems: Robyn schreibt kurzerhand einen eigenen „Girls“-Song: „Honey“.

Wieder sind die Fans begeistert, wieder müssen sie warten, zwei Jahre lang fordern sie ein Album, und zwar mittels mäßig freundlich formuliertem Hashtag: #releasehoneydammit. Jetzt endlich ist es also soweit: Im Oktober 2018 veröffentlicht Robyn verdammt nochmal „Honey“.

Die Anhänger werden vermutlich auch dieses Mal nicht enttäuscht sein, der Sound der neuen Platte funktioniert durchaus ähnlich wie der von „Body Talk“, ein bisschen zurückhaltender und zarter vielleicht – es gereicht ihm nicht zu seinem Nachteil.

Aufgefüllt mit ultratiefen, smoothen Bass-Synths bilden dezent blubbernd-ploppend-raschelnd-klickende Drum- und Percussion-Sounds das Gerüst der Songs.

Melancholisch schwelende Ethno-Synthies formen einen milden 80s-Dance-Vibe und harmonieren prächtig mit Robyns Vocals, von denen man selten weiß, ob sie einen gerade euphorisch oder tieftraurig machen.

Das ist geschmackvoll produziert, sinnlich, zuckersüß und absolut tanzbar (z.B. „Between The Lines“). Einen Höhepunkt stellt dann die letzte der neun Nummern, „Ever Again“, dar. Ein bisschen straighter in seiner Instrumentierung, geht der Song im Gegensatz zu den meisten anderen der Platte ordentlich nach vorne.

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