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Röyksopp – Profound Mysteries II

Mit Mysterien kennen sich Röyksopp wahrlich aus. Da wäre zum einen ihr Chamäleon-Sound, der immer wieder in den verschiedensten Facetten der Electronica-Welt schimmert. Da wäre zum anderen aber auch die Veröffentlichung eines neuen Werks nach dem angeblich letzten Album mit dem entsprechenden Titel “The Inevitable End“.

Und nun geht das Mysterium direkt in die nächste Runde – nur vier Monate nach “Profound Mysteries” erscheint “Profound Mysteries II” und damit eine weitere Rückkehr zum Album-Format. Schon der erste Teil dieser Veröffentlichung hatte vorgetanzt, wie viel das norwegische Duo auch 2022 noch zum Genre beizutragen hat. Der Zweitling ist jedoch vielmehr als eine schnöde B-Seiten-Sammlung.

Der Opener “Denimclad Baboons” ist dabei maximal irreführend: Bei den entspannten, nach vorne ziehenden Indie-Vibes könnte man glatt den Eindruck bekommen, hier käme nun die hellere Seite der Medaille auf die Hörer*innen zu. Die konnten auf Teil 1 schließlich Disco-Beats erliegen, wurden aber gleichsam von einer stets etwas düsteren Atmosphäre umgarnt.

Obwohl es in “Let’s Get It Right” dann heißt “we’ll get it right, don’t worry”, pulsieren die Beats doch erneut mehr im Schmerz und weniger im Stroboskoplicht. Röyksopp gehören eben weiterhin zu den komplexen Architekten der Elektro-Welt und ihre Bauwerke lassen sich manchmal gar nur erahnen.

Bei “Unity”, im Feature mit Karen Harding, ist das alles noch recht einfach, hier wartet nämlich der geradlinige Hit der Platte. Wäre er nicht immer etwas zu windschief gegen den Takt konzipiert, hätte er gar Radio-Format.

Aber “Profound Mysteries II” überschattet den Vorgänger vor allem wegen der weniger partytauglichen Tracks. Da wäre das bedrückende “Remembering The Departed”, dessen Klaviermelodie selbst die tapfersten Seelen ins Taumeln bringt. Oder das leidende “Sorry”, in dem Jamie McDermott so hingebungsvoll und gleichzeitig resigniert singt.

Da wäre aber auch das von Roboterstimmen getragene No-Wave-Stück “Control”, das brenzlig nah am Abgrund balanciert. Als kleiner Gegenentwurf erinnert “Oh, Lover” mit Susanne Sundfør an Daft Punk im milden Sommerregen – und auch die anderen Songs fügen sich herrlich in das Gesamtkonzept ein.

Dieses ist maximal ergreifend und definitiv mehr als Restverwertung.

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