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The Academic – Live im Molotow, Hamburg

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Brit-Rock ist jung. Diese unwahrscheinliche These stellten The Academic in diesem Jahr mit ihrem Debütalbum „Tales From The Backseat“ auf.

Klar, Referenzen gab es zur Genüge und einen neuen Sound hat die Band aus Irland mit ihrer Platte bestimmt nicht definiert, aber irgendwas blieb trotzdem.

Sei es das schüchterne und unbeholfene Auftreten des Frontmannes Craig Fitzgerald, romantische Geschichten über gefälschte Personalausweise oder der bloße Fakt, dass The Academic mit „Bear Claws“ einen potenziellen Hit produzierten, einen sleeper, der nur darauf wartet, dass wieder jemand Gitarrenmusik hört.

Das alles treibt an diesem Abend die Menschen in den Hamburger Klub Molotow, der zwar nicht ganz voll, aber jedenfalls gut gefüllt ist. Keiner muss bei der Platzwahl Kompromisse eingehen, weil jeder überall hin kommt.

Pool eröffnen den Abend mit entspannterem Indie, als man ihn sich von The Academic erhofft. Unaufdringlich, aber auch etwas unbegeistert spielt die Band ihr Set, ehe sich der Hauptact des Abends anbahnt.

Im Gegensatz zu den Pale Waves, die am Vorabend im Molotow spielten, muss man bei The Academic lange nach aufdringlicher Inszenierung suchen. Die Band betritt bei gut beleuchtetem Raum die Bühne und das Publikum jubelt erst, als der erste von ihnen winkt und sich ans Schlagzeug setzt.

Sehen halt viel zu normal aus, die vier Schulfreunde aus Mullingar. Das Licht zeigt die Gesichter und Nebel gibt es höchstens, weil im Publikum jemand raucht. Kein Wummern, kein Intro, einfach Gitarre und Song.

Los geht es mit „Bite My Tongue“ und „Permanent Vacation“, zwei Songs des aktuellen Albums. Ein textsicheres Publikum trifft auf einen unsicheren Fitzgerald, der neben dem Gesang auch die Aufgabe ungelenker Tanzposen übernimmt.

Sympathische und ungewollte Komik, die – verbunden mit der Musik, die Themen eines Teen- und Twenlebens behandelt – nur noch authentischer wirkt. Beim Gesang Fitzgerald könnte man an den typischen, flamboyanten Frontmann denken, den Brit-Rock-Bands so gern in ihren Reihen haben.

Dann denkt man an Alex Turner, Luke Pritchard, im entfernteren, epochaleren Sinne vielleicht sogar an Brandon Flowers, bei Fitzgerald schleicht sich unausweichlich das Bild des örtlichen Postboten in den Kopf, der unerwartet und zwischen Tür und Angel plötzlich von dem unabwendbaren Drang zu tanzen überkommen wird.

Großen Applaus gibt es auch bei „Mixtape 2003“, das in der Mitte des kurzen Sets gespielt wird. Irgendwann stellt Fitzgerald dann die irritierende Frage, ob jemand Shrek 2 gesehen habe. Klar, denken sich die meisten, einige sagen es auch.

The Academic covern „Ever Fallen In Love (With Someone You Shouldn’t’ve)“ von den Buzzcocks und ließen sich dafür offenbar vom Film mit dem grünen Helden inspirieren. Fitzgerald gesteht selbst, dass Fans der Buzzcocks die Assoziierung mit Shrek vielleicht kritisch beäugen würden – ist ihm aber auch egal. The Academics stehen drüber, wenn es um Ernsthaftigkeit und musikalische Integrität geht.

Statt erzwungener Show und unangenehm arrogantem Auftreten im kleinen Klub sind The Academic an diesem Abend mit dem Image einer überdurchschnittlich erfolgreichen Schulband zufrieden.

Gelegentliche „I love you!“ rufe aus dem Publikum werden souverän aber geschmeichelt abgetan und der Wunsch danach, „Ever Fallen In Love (With Someone You Shouldn’t’ve)“ noch einmal zu hören, mit der Ankündigung des vorletzten Songs abgeschwächt. „Bear Claws“ lässt dann sogar diejenigen jubeln, die eigentlich etwas Anderes hören wollten.

Mit dem Ende des Konzerts leert sich der Laden schnell, einige kaufen noch Merch, das, ganz im Stile anderer Brit-Rock-Acts, simpel und  alltagstauglich designt ist und warten an der Kasse auf die Band, die sich natürlich noch zu den Fans gesellt.

Klingt alles ganz genau so, wie es vor 15 Jahren gewesen sein muss. In 15 Jahren sieht man sich dann in der Sporthalle? Angesichts der aktuellen Poptrends unwahrscheinlich, aber man darf ja träumen.

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