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Muse – Simulation Theory

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Virtuelle Realität und die 80er: Das hat so viel koexistentes Konfliktpotenzial, dass es sich Muse-Frontmann Mattthew Bellamy nicht nehmen lässt, entgegen aller Ankündigungen eine neue Platte zu ersinnen. Der Verlierer ist dabei schnell ausgemacht. Die Band opfert endgültig den Rock für digitale Allmachtsfantasien.

Nach ihrem siebten Album „Drones“ und der dazugehörigen Mammut-Tour wollten Muse eigentlich nur noch Singles anstelle eines regulären Albums veröffentlichen.

Bellamy, der wie Schlagzeuger Dominic Howard seit längerem in Los Angeles lebt, trifft sich dafür mal hier mal dort mit seinem Londoner Bassisten Christopher Wolstenholme, um einzelne Songs zu schreiben.

Für die Aufnahmen engagieren sie unterschiedliche Produzenten wie Rich Costey, der auch schon bei „Absolution“ dabei war, und genau so ran darf, wie die Pop-Produzenten Shellback und Timbaland.

Aus den ergebnisoffenen, losen Songs wird letztlich doch ein Album, das tendenziell nur Singles abwirft, die dem Format-Radio den Scheitel neu ziehen oder darin nicht weiter auffallen, wie etwa die prätentiöse Auskopplung „Something Human“.

Als „Showbiz“-Fan kann man sich darüber ärgern, wenn man sich nicht eh schon längst von der Band abgewendet hat. Andererseits war es schon bei „The Resistance“ besser, wenn „Undisclosed Desires“ im Radio lief, als irgendein anderer Mist.

Ging es beim komplexen Konzeptwerk „Drones“ noch um die unbemannten Todesdrohnen und ihre fremdgesteuerten Täter hinterm Bildschirm, ist das neue Werk des britischen Trios vergleichsweise hedonistischer Natur.

Bellamy hat auch die positiven Seiten der Technologie entdeckt und feiert sie wie ein kleines Kind aus den 80ern. Im Video zum schmissigen „Pressure“ spielen Muse mit Referenzen zum Kultfilm „Zurück In Die Zukunft“.

Der Sound des Popjahrzehnts hat das ganze Album vereinnahmt und mündet mit den uneingeschränkten, beinahe megalomanischen Möglichkeiten der Band in einer digitalen Reizüberflutung, die auf der Habenseite vor allem mit Eingängigkeit punkten möchte.

Der Opener „Algorithm“ liefert maschinelle Wucht, Synthesizer und Streicher, und lediglich Bellamys Piano-Arpeggio streut ein halbwegs natürliches Signal in die technologisierte Kriegserklärung. „This means war with your creator.“

Das ist zweifellos spielerisch gemeint, denn Realität flimmert hier öfter über die Gaming-Konsole als den Drohnenbildschirm. „Propaganda“ oder „Break It To Me“ macht aus Muse drei Bladerunner, die ihre einst mächtigste Waffe – die Gitarre – zu Elektro-Schrott umfunktionieren, um nicht aus der Zeit zu fallen.

An vielen Stellen ist der einzige Trumpf von „Simulation Theory“ die Melodie, die aus einer Synthese quillt, die zweifellos Geschmacksache ist.

Unstrittig bleibt aber die Eigenständigkeit der Band, die sich auch 2018 maßgeblich in Bellamys Stimme, einer stilprägenden Exzentrik und dem Mut äußert, es ein Stück weiter zu treiben als der Rest.

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