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Sun Kil Moon – This Is My Dinner

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Du fragst dich, wie das auf einer Tour so läuft? Mit wem die Frontsänger einer One-Man-Band so Sex haben und hatten, welche Länder besonders sympathisch und welche besonders unflexibel sind und was für Unterhaltungen man so mit Fans auf der ganzen Welt hat, wenn man wieder einmal die Welt bereist um Musik zu spielen?

Mark Kozelek hat das alles auf dem aktuellen Album von Sun Kil Moon, „This Is My Dinner“, zusammengefasst. Tagebuch in Liedform – oder so. Ein großer Teil der Songs auf dem Album folgt einer ähnlichen Struktur.

Fast so, als würde jemand Kozelek regelmäßig daran erinnern, dass er seine Tour doch in einem Logbuch festhalten wollte, beginnen Tracks wie „Copenhagen“ und „David Cassidy“ mit Sitznummer und Flugroute, der Distanz, die je Song überquert wird.

Persönlicher als „This Is My Dinner“ geht es kaum. In dem Track regieren emotionale Passagen, in denen Kozelek die letzten Lebensstunden seiner Katze und seine Bemühungen, sie vor ihrem Ableben noch einmal zu sehen, obwohl er irgendwo in Skandinavien und sie in San Francisco ist, nachvollzieht.

Die Atmosphäre genau dieser Geschichte steckt in den meisten Liedern auf „This Is My Dinner“. Zutiefst menschliche und unaufgeregte Geschichten aus dem Leben eines Sängers, dem ein bisschen Freundlichkeit genügt.

Wenn in Frankfurt nichts und unweit davon in einem romantischen Schlosshotel plötzlich alles möglich ist, wenn in den Niederlanden jeder zuvorkommend ist und in Skandinavien jeder das eigene Land viel weniger vergöttert, als ein US-Amerikaner auf Durchreise das tut, dann entfaltet die neue Platte von Sun Kil Moon ihr ganzes Potenzial.

Irgendwo zwischen romantischer Verklärung und realistischer Langeweile verlaufen sich die ähnlichen und musikalisch weniger interessanten Lieder in einer narrativen Einheit, die weder Einheitsbrei ist, noch wirklich einen Spannungsbogen hat.

Und trotzdem hört man bis zum Ende zu. Vielleicht auch, weil man Kozelek kennenlernen möchte, und nach 90 Minuten jedenfalls glaubt, das auch getan zu haben. Wenn man das nach den letzten Alben nicht schon gedacht hat.

Was bleibt, ist der bittere Nachgeschmack, jemandem dabei zugehört zu haben, wie er langsam aber sicher ausbrennt.

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