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Sun Kil Moon – Universal Themes

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Warten auf die Hookline, wie auf Godot. Slow-Core-Pionier Mark Kozelek legt nach, ein Jahr nach dem von der Kritik unisono gefeierten, an Intimität und Schonungslosigkeit nicht zu überbietenden Album „Benji“. Jedoch, „Universal Themes“ reicht nicht an den zum Heulen schönen Jahresbestenlistenerstürmer heran, nichtsdestotrotz ist es ein kratzig-schönes Stück Slow-Core/Indie-Rock.

Kozeleks Solo-Alter Ego wird diesmal von Sonic Youth-Drummer Steve Shelley sachte unterstützt. Ansonsten bleiben die Koordinaten die gleichen. Ein Sun Kil Moon-Album, das heißt vertonte Alltagsgeschichten, mit mäßig bis nicht vorhandenen Reimschemata und Strophe-Refrain-Struktur. Dafür uUmso mehr präzisem Gitarrenspiel, nicht prätentiös, nicht soli-geil, sondern beständig und im Kleinen, im Detail aufsehenerregend.

Und dann natürlich diese Geschichten voller Banalitäten. Wie Kozelek nach wie vor ungeschminkt drauflos erzählt – vom einkaufen, Film gucken, traurig sein, in einer Bar mit beschissener Musik die Nacht durchzuquatschen, davon, wie es so ist, für einen US-Boy durch die Schweiz zu reisen – ist jedes Mal wieder erstaunlich, auch wenn man es mittlerweile mehr als gewohnt sein müsste. Den Alltag zu etwas Besonderem erklären, ihm eine Magie geben, nicht mehr neidisch auf diese ach so spannenden Prominentenbiografien sein müssen; dieses wohltuende Gefühl, dass wir alle im selben Boot sitzen und mit dem gleichen Wasser kochen, gibt Mark Kozelek als Sun Kil Moon wie kein anderer.

Damals, zu Beginn der Neunziger, mit den Red House Painters, war alles nur düster, schwer und zukunftslos, dabei ergreifend und berührend zu gleich. Längst vertont er nicht ausschließlich negatives, depressives Gedankengut, aber dieses Label wird er schwerlich wieder los in seinem Künstlerleben. Eigentlich sind seine letzten Sun Kil Moon-Alben gar emotionale Lichtblicke am Horizont. Aber Kozeleks strohige Art ist der Hedonie grundsätzlich abgewandt.

„Universal Themes“, alles in allem sein 14. Album, hat außerdem einen veritablen Vintage-Flair. „With A Sort Of Grace I Walked To The Bathroom To Cry“ oder „Ali/Spinks 2“ rocken wie zu langsam abgespielte, frühe Fugazi-Nummern. Doch der eingestreute Gebrauch von dreckigen E-Gitarren und surrenden Verstärkern kann nicht überspielen, dass er an seinem großen Meilenstein vom letzten Jahr hier nicht heranreicht. Es dürfte niemanden auf der Welt egaler sein, als dem jeglichen Erfolg skeptisch betrachtenden Mr. Slow-Core Himself.

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