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Emily King – Scenery

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Irgendwo hat man das doch schon gehört, denkt man sich zuerst. Und dann kommt man darauf, dass man nicht Emily King gemeint hat, sondern eine andere Emeli – Emeli Sandé, jene Singer/Songwriterin aus Schottland, die vor einigen Jahren mit den Singles ihres Debütalbums im Radio hoch und runter lief.

Aber nicht nur ihrer Vornamen wegen besteht Verwechslungsgefahr. Die beiden Künstlerinnen liegen mit ihrem balladigen Soul-Pop-Stil auch musikalisch auf einer Wellenlänge.

Beide sind mit einer markanten Stimme gesegnet. Und beide stellen denselben Typ einer starken Frau dar, die ihr Selbstvertrauen auch in den Texten zum Thema macht:

So, wie Emeli Sandés „Read All About It“ dazu aufrief, sich nicht unterkriegen zu lassen und die eigene Stimme zu erheben, so gibt sich Emily King in „Look At Me Now“ ganz stolz: „Did you hear about me?“, singt sie, „I stood up when you left and, baby, look at me now.”. Vielleicht der bittersüße Gruß an einen Ex-Lover?

Es kommt also nicht von ungefähr, dass Emily King schon als Support-Act bei Emeli-Sandé-Konzerten zu hören war. 2012 war das, zwischen der Veröffentlichung ihres eigenen Debüts „East Side Story“ (2007) und dessen Nachfolger „The Switch“ (2015). Mit „Scenery“ erscheint nun ihr dritter Longplayer.

Das Album beginnt vielversprechend: Mit dem ansteckenden Bassrhythmus des Openers „Remind Me“, der sich zu einer unwiderstehlich-groovigen Soulnummer aufbaut.

Dieser Rhythmus lässt einen in der ersten halben Stunde nicht mehr los, mal driftet er ins Lateinamerikanische („Caliche“), mal läuft er gedämpft im Hintergrund weiter („Blue Light“).

Bis – ja, bis dem Album die Puste ausgeht. Im letzten Drittel schlägt der Soul plötzlich in Balladenpop um. „Running“ erinnert noch am ehesten an die bereits zitierten Piano-Balladen der Kollegin.

Andere Titel gerieten einfach nur kitschig. „2nd Guess“ klingt so, als sei der Song beim letzten Céline-Dion-Album übrig geblieben und nun von Emily King zweitverwertet worden.

Aber auch das ist wohl eine weitere Parallele zwischen der einen Emily und der anderen Emeli. Überflüssige Balladen gab es bei letzterer schließlich auch genug.

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