Rina Mushonga – In A Galaxy

Knallbunt, irgendwie verwirrend und durcheinander, aber unfassbar ausdrucksstark. So ist nicht nur das Cover von „In A Galaxy“, sondern auch die Musik von Rina Mushonga. Die Musikerin ist in Simbabwe geboren, in die Niederlande ausgewandert und lebt mittlerweile im MulitKulti-Stadtteil Peckham im Süden Londons.

Ihre Musik spiegelt diese verschiedenen Einflüsse wieder. Afro- und Indie-Pop nehmen sich an die Hand und gehen zusammen im Elektro-Schuppen das Tanzbein schwingen. Ihr zweites Album „In A Galaxy“ ist vor allem eins: lebendig, bunt und nie langweilig.

Man fühlt sich tatsächlich ein bisschen wie in einer anderen Galaxie, in der alles erlaubt ist und Reggaeton-Beats mit Synthies zu ungewöhnlichen Klangflächen verschmelzen, die gleichzeitig grooven und trotzdem in solchen Sphären schweben, dass sie den Boden unter den Füßen verloren zu haben scheinen.

Dazu fungiert Mushongas Stimme als die goldene Faust ihres Artworks und trifft einen mitten ins Gesicht. Bestes Beispiel dafür ist Vorab-Single „4qrtrs“. Der Song hat was von einem sommerlichen Sonntagmorgen-Spaziergang.

Hier quatschen Leute und fallen in schallendes Gelächter, da geben ein paar Bläser synkopisch ihren Senf dazu und in der Luft fliegen ein paar Seifenblasen, während Mushonga mit ihrer unvergleichlichen Stimme dazu Geschichten von ihren Londoner Lieblings-Lokalitäten erzählt.

Der Titeltrack klingt mit jeder Menge Hall und Synthieflächen in den ersten 30 Sekunden wie ein Geist aus den Achtzigern. Der einsetzende Reggaeton-Beat macht diesem Bild aber einen Strich durch die Rechnung und verwandelt den Song in ein ungewöhnliches Gemisch, das sich bis zum Ende im stetigen Wandel befindet.

Aber nicht nur die schnelleren Songs auf „In A Galaxy“ bestechen durch ihr Abwechslungsreichtum. Auch für Balladen hat Mushonga ein gutes Händchen. „Glory“ entspricht mit Klavier und voluminösen Streichern als einziger Song dem klassischen Schema.

In „I Miss U So Much“ besingt Mushonga ihre Sehnsucht zu Synthie-Einwürfen, fluffigem Bass und synkopischem Schlagzeug. Auch hier ist Platz für ungewöhnliche Extras wie Querflöten-Einsprengsel, die beim ersten Hören fast untergehen, einmal entdeckt aber den ganz besonderen Charme ausmachen.

In die Galaxie, in die Rina Mushonga mit „In A Galaxy“ einlädt, lässt man sich nur zu gerne mal entführen.

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