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Das hat mich auch befreit – Stella Donnelly im Interview

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Eine aufsehenerregende erste EP („Thrush Metal“), eine Ochsentour quer durch Australien und die bevorstehende Veröffentlichung des Debüt-Longplayers („Beware Of The Dogs„): Stella Donnelly ist im Frühjahr 2019 auf dem besten Wege, sich im wuseligen Indie-Pop-Business einen Namen zu machen. Wir trafen uns mit der umtriebigen Sängerin aus Down Under zum Interview und sprachen über künstlerische Gegensätze, grapschende Männer und permanente Veränderungen.

MusikBlog: Stella, der Titel deines Debütalbums lautet „Beware Of The Dogs“. Vor welchen Hunden sollen wir uns in Acht nehmen?

Stella Donnelly: (lacht) Eigentlich wollte ich nur, dass der Albumtitel zum Artwork passt. Auf dem Cover sieht man mein erschrockenes Gesicht. Jemand versucht, mir mit Seife den Mund auszuwaschen. Das hat schon eine ziemlich skurrile Note, wie ich finde. Und dann gab es halt diesen Song „Beware Of The Dogs“, der auch auf dem Album drauf ist. Ich habe dann ein bisschen nachgedacht, und bin dann zu der Erkenntnis gekommen: Der Titel passt auch wunderbar für das komplette Album.

MusikBlog: Passt der Rest auch? Bist du rundum zufrieden mit „Beware Of The Dogs“?

Stella Donnelly: Im Hier und Jetzt auf jeden Fall. Keine Ahnung, vielleicht finde ich irgendwann noch Dinge, die man noch hätte anders angehen können. Aber heute bin ich unheimlich happy und froh, dass das Album so klingt, wie es klingt.

MusikBlog: Du hast erstmals mit einer Band gearbeitet. Ist dir die Umstellung leicht gefallen?

Stella Donnelly: Da musste gar nicht so viel umgestellt werden. Ich habe früher schon oft in Bands gespielt. Ich wusste also, wie es läuft, und auf was es ankommen wird. Nach meiner Debüt-EP war es mir einfach unheimlich wichtig, wieder mit einer festen Band zu arbeiten. Das wollte ich schon immer – auch für mein Solo-Projekt. Ich hatte nur nie genug Geld, um die Leute auch zu bezahlen. Jetzt ist es endlich so weit. Und ich bin so dankbar dafür.

MusikBlog: Das Album transportiert eine fast durchgehend positive Grundstimmung. Inhaltlich hingegen nimmst du kein Blatt vor den Mund. Der Opener „Old Man“ beispielsweise handelt von grapschenden Männern in hohen Positionen. Hast du dich bewusst für das Spielen mit Gegenpolen entschieden? Oder hat sich das einfach so ergeben?

Stella Donnelly: Das war ein Prozess, hinter dem aber kein ausgeklügeltes Konzept steckte. Ich finde, dass beides gut miteinander harmoniert. Die Musik entstand einfach. Wenn eine komplette Band mit involviert ist, fließen automatisch verschiedenste Einflüsse mit ein. Bei den Texten war es mir einfach wichtig, Dinge anzusprechen, die mich bewegen.

MusikBlog: Hat der Song „Old Man“ autobiografische Wurzeln?

Stella Donnelly: Jeder meiner Songs hat in irgendeiner Art und Weise mit mir zu tun. Manchmal habe ich Dinge selbst erlebt. Und manchmal schreibe ich über Erfahrungen, die andere Leute gemacht haben, die aber auch in mir etwas auslösen.

MusikBlog: Nochmal kurz zurück zu „Old Man“…

Stella Donnelly: Im Fall von „Old Man“ ist es so, dass ich jahrelang als Kellnerin gearbeitet habe und mir während dieser Zeit des Öfteren dumme Anmach-Sprüche anhören musste. Dann kam irgendwann die #Metoo-Bewegung ins Rollen. Es war irgendwie ein Mix aus eigenen Erlebnissen und Erfahrungen, die andere Frauen gemacht haben. Das führte dann dazu, dass ich mich hinsetzte und „Old Man“ schrieb. Das Krasse war aber: Zwei Jahre zuvor hatte ich schon „Boys Will Be Boys“ geschrieben, ein Song, der sich inhaltlich ebenfalls mit sexuellen Übergriffen beschäftigt. Ich weiß nicht, das Ganze – der Song, die #Metoo-Bewegung und all die vielen Gespräche mit Leuten, denen Ähnliches widerfahren ist – wurde irgendwann so groß. Das hat mich alles sehr bewegt und geprägt.

MusikBlog: Und auch irgendwie befreit?

Stella Donnelly: Auf jeden Fall. Musik ist wie ein Ventil. All meine Gedanken, Gefühle, Ängste und Hoffnungen kann ich mit Hilfe der Musik nach außen tragen. Das ist ein unheimlich wertvolles Geschenk.

MusikBlog: Wann hinterlässt dieses „Geschenk“ die größten Spuren? Daheim während des Songwritings? Oder irgendwo in der Fremde auf einer Bühne?

Stella Donnelly: Das ist ganz unterschiedlich. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sich alles verändert. Manchmal hat man einen Song, der eher klein und schüchtern daherkommt. Der explodiert dann live aber plötzlich, ohne dass man weiß, warum. Die Musik, das Auftreten, die Performance: Alles präsentiert sich permanent im Wandel. Das ist großartig.

MusikBlog: Apropos Wandel: Mir kam zu Ohren, dass du nebenbei noch mit einer Grunge-Band namens „Belles Rapids“ zu Gange bist. Müssen sich „Beware Of The Dogs“-Fans Sorgen machen?

Stella Donnelly: Nein, überhaupt nicht. (lacht) Ich hoffe zwar, dass ich mit der Band irgendwann mal eine EP rausbringen kann. Aber das läuft eher als Spaß-Projekt. Mir ist es einfach wichtig, mich nach allen Seiten öffnen zu können. Ich habe früher in vielen Punk- und Rock-Bands gespielt. Das steckt einfach in mir drin. Und das will ich auch nicht unterdrücken. Die Arbeit mit meiner eigentlichen Band steht aber ganz klar im Vordergrund.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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