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Das war ein langer Prozess – Nilüfer Yanya im Interview

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Eine Stimme abseits der Norm, sowie ein ausgeprägtes Verständnis für die perfekte Balance zwischen rauer Energie und intimer Wärme: Mit ihrem Debütalbum „Miss Universe“ katapultiert sich Nilüfer Yanya mal eben so im Vorbeigehen ins internationale Indie-Pop-Rock-Rampenlicht. Wir trafen uns mit der jungen Britin zum Interview und sprachen über Druck von innen, Einflüsse von außen und die Angst vor dem nächsten Schritt.

MusikBlog: Nilüfer, du hast bereits drei EPs veröffentlicht. Heute erscheint nun endlich dein Debütalbum „Miss Universe“. Welche Gefühle überwiegen gerade? Vorfreude? Ein Gefühl der Befreiung? Was genau geht in dir vor?

Nilüfer Yanya: Es ist von allem etwas. Natürlich bin ich aufgeregt und gespannt. Ich möchte wissen, was die Leute von meinem Album halten. Ich fühle mich aber auch irgendwie befreit.

MusikBlog: Befreit von?

Nilüfer Yanya: In erster Linie, befreit vom eigenen Druck. Natürlich wollte auch das Label, dass ich endlich mit meinem Debütalbum an den Start gehe. Meine Familie und meine Freunde waren auch alle ganz gespannt. Aber der einzige Druck, der mich wirklich beschäftigt hat, war der, den ich mir selbst gemacht habe. Ich wollte dieses Album unbedingt fertigstellen. Das war mir so unglaublich wichtig. Und als es dann soweit war, war da dieses befreite Gefühl. Der ganze Druck war plötzlich weg.

MusikBlog: Du hast zu Beginn deiner noch jungen Karriere alles im Alleingang bewerkstelligt. Mittlerweile arbeitest du aber auch mit einer Band zusammen. War das eine bewusste Entscheidung, um deine Musik noch breiter aufzustellen?

Nilüfer Yanya: Es war jetzt nicht so, dass ich einen bestimmten Plan im Hinterkopf hatte. Es hat sich einfach so ergeben. Mit der Zeit lernt man in diesem Business einfach viele Leute kennen. Dann wird das Umfeld größer. Ich denke, das ist ganz normal. Es war einfach klar, dass sich der Sound etwas verändern wird. Wenn mehr Leute involviert sind, läuft das einfach so. Und ich bin auch glücklich darüber. Das Sound-Spektrum ist jetzt schon ziemlich groß. Das gefällt mir.

MusikBlog: Lässt du dich beim Songwriting von der Außenwelt leiten? Oder bist du während des Schreibens nur bei dir selbst?

Nilüfer Yanya: Das ist ganz unterschiedlich. Wenn ich eine bestimmte Idee habe, dann versuche ich schon ganz bewusst, alles andere auszublenden. Ich bin dann sehr fokussiert und möchte nicht, dass mich irgendwas oder irgendwer von meinem Weg abbringt. Wenn ich allerdings keine Idee habe, dann bin ich auch schon mal froh, wenn ich irgendwo im Radio etwas höre, was mich inspiriert.

MusikBlog: Was oder wer hat dich denn diesmal inspiriert?

Nilüfer Yanya: Ich weiß nicht genau. Eigentlich war da nicht viel. Ich erinnere mich, dass ich zwischendurch immer mal wieder Songs von Blood Orange im Ohr hatte. An mehr bewusste Einflüsse kann ich mich jetzt nicht erinnern. (lacht)

MusikBlog: Was dreht sich denn generell so bei dir daheim auf dem Plattenteller?

Nilüfer Yanya: Neben vielen älteren Sachen höre ich gerade viel von MorMor. Der Song „Pass The Hour“ beispielsweise geht mir gerade nicht mehr aus dem Kopf. Dann wäre da auch noch Tirzah. Ihr neues Album „Devotion“ finde ich auch klasse.

MusikBlog: Du hattest noch vor ein paar Jahren große Probleme damit, deine Songs mit anderen Menschen zu teilen. Im Pressetext ist gar von „schrecklichen Ängsten“ die Rede. Wie hast du es geschafft, den Schalter umzulegen?

Nilüfer Yanya: Das war ein langer Prozess. Ich habe mir damals unheimlich viele Gedanken gemacht. Ich bin von Natur aus sehr schüchtern. Dieser Charakterzug hilft einem in diesem Business nicht unbedingt weiter. (lacht) ich musste erstmal lernen, mit mir und meinen Ängsten richtig umzugehen. Ich dachte immer: Oh je, wenn ich jetzt da rausgehe und meine Songs spiele, dann tauchen all diese fremden Menschen in meine Gedanken ein. Das war für mich eine gruselige Vorstellung. Auf der anderen Seite wollte ich aber unbedingt Musik machen. Irgendwann war ich dann aber soweit. Ich habe mir gesagt: Wenn ich Musik machen will, muss ich da durch. Und dann ging’s auch. Mittlerweile fühle ich mich total wohl auf der Bühne.

MusikBlog: Wohler als im Studio oder daheim auf der Couch mit der Gitarre im Arm?

Nilüfer Yanya: Ich versuche immer, eine gute Balance zu finden. Ich mag beides. Wenn ich auf Tour bin und nicht so richtig zum Schreiben komme, vermisse ich die heimische Ruhe schon ein bisschen. Wenn ich dann aber zuhause bin, freue ich mich auch schon wieder auf das nächste Konzert. Das ist so ein Hin und Her.

MusikBlog: Das lässt sich in deinem Fall und mit den bisherigen Erfolgen aber aushalten, oder?

Nilüfer Yanya: Auf jeden Fall. (lacht) Ich vermisse nur manchmal meine Familie und meine Freunde. Das ist eine Schattenseite, die mir manchmal wirklich zu schaffen macht.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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