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Viel fällt auf Anhieb nicht zu Essen als Stadt ein. Ruhrgebiet, Zechen-Denkmal, Equitana, Kreator. Und natürlich Tilman Rossmy nebst seinen musikalischen Weggefährten von Die Regierung, die mit ihm aus einer Ein-Mann Kapelle ein Band-Line-Up formierten.

Groß war die Begeisterung, als eben diese Regierung vor zwei Jahren in Originalbesetzung den gemeinsamen Weg fortsetzte und mit „Raus“ ein formidables Reunion-Album präsentierte, das neben den bekannten Songwriter-Tugenden des Mannes am Mikrofon, der spätestens mit „Loswerden“ zum unlösbarer Bestandteil inländischen Musik-Kulturguts wurde, das Know-how der Kapelle in ein würdiges Spätwerk überführte.

„Was“, Album Nummer sechs, schließt sich nahtlos an, klingt so melancholisch wie das Mondgesicht auf dem Cover fahl vor sich hin leuchtet.

Twangelt eingangs „Regen“ irgendwo zwischen Indie-Pop, Country und Gino Vanelli`s „Wild Horses“ geschmeidig vor sich hin, singt Rossmy sonor-nuschelnd vom letzten Geld, verlorener Liebe sowie von der menschlichen Spezial-Disziplin Verdrängen („Und dann haben sie mir gezeigt wie die Dämonen sich ernähren von unseren Gedanken. Und dann habe ich meine Dämonen einfach verhungern lassen“).

Autobiografisch gefärbt, bringen die Texte des verdienten Poeten Lokalkolorit aus seiner Geburtsstadt mit in die „Geschichte“, erzählt „Jedes Kind“ aus der Jungen-Perspektive, kultiviert „Was Gut Für Mich Ist“ den Protest, bündeln 12 Songs 60 Jahre Lebenserfahrung, die temporär in Prosa und Arrangement ein wenig an Element Of Crime denken lassen und – wie in „Schönes Paar“ – nachsichtig mit den schmerzhaften Fehlern der eigenen Vergangenheit umgehen.

Da wäre auch noch die Sache mit Tilman Rossmy und der Hamburger Schule. Irgendwie zählte er stets zu deren erweiterten Kreis, obwohl der dort gegenständliche Diskurs-Pop seine Sache nicht wirklich war, vielmehr besetzte er den zwischenmenschelnden Teil der Political-Correctness.

„Vielleicht In Hamburg“ klingt heuer wie eine Hommage an seine Wahlheimat, mit lakonischem Blick auf gute und weniger gute Zeiten in der ehemaligen Musik-Hauptstadt Deutschlands.

Mit „Was“ ist zum wiederholten Mal ein „Alter Hase“ „Zurück In Der Welt“, der mit seiner Mannschaft in Ecken der Befindlichkeit hoppelt, die möglicherweise bereits als ausreichend ausgeleuchtet galten.

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