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Florence + The Machine – Live in der Lanxess Arena, Köln

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Sie schwebt. Sie wirbelt. Sie wirft ihre Haare, springt und zuckt, als habe sie in die Steckdose gefasst und erleide gerade einen elektrischen Schock. Zumindest das haben Florence + The Machine und ihre Vorband Young Fathers gemeinsam.

Bei dem reduzierten Instrumentarium der Briten haben sie dafür auch genügend freie Hände. Gerade mal Schlagwerk haben die Young Fathers im Gepäck. Ansonsten wird nur am Mikro performt. Sie singen, sie rappen und man kann erahnen, dass sie dabei normalerweise eine ganz gute Figur machen.

Allerdings macht die Lanxess-Arena ihrem Ruf heute wieder alle Ehre und hat einen Sound, der gerade so mit der Dorfturnhalle aus dem Vorort konkurrieren könnte. Der Gesang des Trios versinkt in einem undefinierbarem Brei aus Verzerrtem, dem jeglicher Bass fehlt.

Selbst Fans der Band sind enttäuscht – nicht weil Young Fathers einen schlechten Job gemacht haben, sondern weil dank des furchtbaren Sounds einfach kein Funke von der Bühne ins Publikum gesprungen ist. 

Wer die Hoffnung hatte, dass der Tontechniker beim Haupt-Act einen besseren Job macht, der wird erstmal enttäuscht, denn Florence + The Machine klingen zumindest zu Beginn genauso breiig. Einzig Florence’ Stimme schwebt über allem.

Aber wer kann sich sowieso noch auf den Sound konzentrieren, wenn die rothaarige Schönheit barfuss von rechts nach links läuft, Pirouetten schlägt, die Treppen hoch und runter hechtet und dabei noch jeden Ton trifft. 

„Als nächstes spielen wir einen Song, in dem es um meine Heimat Süd-London geht. Wir sind auch Europäer. Und wir bleiben Europäer. Deswegen möchte ich, dass wir uns gegenseitig ein bisschen Liebe und Mitgefühl zeigen. Also nimmt jetzt jeder seinen Nachbar an die Hand.“

Bevor es dann mit „South London Forever“ wirklich losgeht, versichert Florence sich noch mal, ob jetzt alle connected sind. Als Beweis recken Abertausende Händepaare in die Höhe. Es könnte doch so einfach sein. 

Florence macht in Sachen Messages an diesem Veilchendienstag einen Rundumschlag. Sie sagt nicht viel, aber das, was sie sagt, sitzt. „Der nächste Song handelt von einer sehr guten Freundin und sie hat mir gesagt, dass sie immer bei mir ist, wenn ich den Song performe. Also begrüßt mit mir: Patti Smith.“

Und weiter: „Es gibt allerdings einen ziemlich bösen Mittelpart, der handelt natürlich nicht von ihr. Da geht es um giftige Männlichkeit. Da darf sich jeder jetzt seinen eigenen Ansprechpartner vorstellen. Aber ich denke, auf einer Florence + The Machine Show gibt es sowieso nicht so viele giftige Männlichkeit.“, sagt sie, gratuliert den männlichen Zuschauern und lacht ihr verzückendes Lachen.

Nachdem sich das Publikum jetzt schon von der giftigen Männlichkeit entledigt hat, soll es sich vor „Dog Days Are Over“ auch noch von einer anderen Sache verabschieden:

„Wir machen jetzt etwas sehr Seltsames. Ihr werdet euch dabei komisch und sehr verletzlich fühlen. Aber, vertraut ihr mir?“ Grölende Schreie aus dem Publikum geben Florence die Antwort. 

„Wir packen jetzt alle unsere Handys weg. Also wenn ihr jemanden seht, der sein Handy in der Hand hat, dann könnt ihr auf höfliche, britische Art sagen: ‚Entschuldigen Sie, aber wären Sie so freundlich, ihr Handy wegzupacken?‘ Oder eben auf die andere typisch, britische Art: ‚PACK DEIN SCHEIß HANDY WEG. Wir versuchen hier, ein gemeinsames Erlebnis zu haben!‘“.

Und tatsächlich. Alle packen ihre mobilen Endgeräte ein und haben so die Hände frei, um mehr oder weniger im Takt mitzuklatschen. Sagen wir so, der Percussionist wäre sicher froh gewesen, er hätte den Rhythmus allein angeben dürfen. 

Nach „Cosmic Love“, den Florence allen Anhängern der ersten Stunde widmet, beschert sie den meisten Fans gleich ein viel größeres Geschenk. Zu „Delilah“ stürmt sie so schnell von der Bühne, dass nicht mal der Kameramann hinterherkommt.

Umringt von Securities tänzelt sie durch die Menge bis zum Mischpult, auf dessen Geländer sie den restlichen Teil des Songs singt, um sich gegen Ende wieder zurück durch die Menge nach vorne zu kämpfen.

Dort wandert sie den Bühnengraben auf und ab und singt manch jungem Herr dermaßen intensiv ins Gesicht, dass es einem schon vom Zugucken am Bildschirm leicht schwindelig wird. 

Trotz dieser fulminanten Energieübertragung lässt Florence es sich nicht nehmen, nach minutenlangem Klatschen und Chören für eine Zugabe nochmal auf die Bühne zu kommen. Beim letzten Song „Shake It Out“ hat man dann die Chance, auch die letzten Reserven noch rauszuschütteln.

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