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Le Butcherettes – Live im Hafenklang, Hamburg

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„Drens“ leuchtet das Schild auf der Bühne. Noch keine Schwerter, roten Tücher oder Federn zu sehen. Die vier Jungs von Drens aus Dortmund kommen auf die Bühne, in Uniform. Rote Bermuda-Shorts mit Bandlogo, dazu helle T-Shirts.

Passt zum Sound. Viel Surf, bisschen Noise und Punk. Zweimal Wechsel zwischen Schlagzeug und Gitarre. Gegen Ende kommt mehr Druck auf. Liebenswürdige Einstimmung in den Abend.

Die roten Glitzertücher kommen wie erwartet. Zwei Keyboards an den Seiten der Bühne, viel freier Platz vor dem Schlagzeug. Und da sind sie auch schon da, Le Butcherettes aus Mexiko.

Teri Gender Bender, Gründerin, Kopf, Herz und Bauch der Band links hinters Keyboard geklemmt. Hose, Kleid, Wickelgürtel, Streifen über den intensiven Augen. Alles in „ihrer“ Farbe Rot.

Farblicher Kontrapunkt: Alejandra Robles Luna an den Drums. Verträumtes Modelgesicht, T-Shirt und Jeans komplett in Weiß. Die beiden Brüder Riko und Marfred Rodríguez-López an Gitarre, Bass und Keyboards unscheinbar gegenüber den beiden Damen.

„spider/WAVES „vom neuen Album „bi/MENTAL“ rollt los. Teri ab der ersten Sekunde in absoluter Anspannung. Mehr Ausdruckstanz als Konzertperformance.

Techniker krabbeln unterm Keyboard, die Show geht weiter. Drums treibend, nichts fehlt. Das Pedal von der Bass-Drum kaputt. Würde man kaum merken, wenn man nicht das unbewegte Bein sehen würde.

Neues Pedal da zum dritten Track „father/ELOHIM“. Das gibt nochmal doppelt Schub. Teri in ihrer Ecke immer zwischen Keyboard, Gitarre und vor allem der Stimme.

Gesang, Schreien, unmenschliche Geräusche. Die Stimme extrem als Instrument eingesetzt. Zuletzt vor über 20 Jahren bei Diamanda Galás auf der Bühne gesehen.

Teris Körper übersetzt diese Töne in Emotion. Geschmeidiges Winden, Tanzen, Zucken, Verrenkungen. Verträumter Blick, zur Fratze verzerrtes Gesicht, rollen Augen, heraustretende Augäpfel. Primale Bewegung versus Extase. Japanisch anmutende Dankesverbeugungen. Alles von ganz tief innen.

Das alles gnadenlos und komplex nach vorne geprügelt von Alejandra. Pure Lebensfreude am Schlagzeug, das Gerüst des Sounds. Die Bühne vor den Drums ist leer um ihr den optischen Raum zu geben, den sie verdient hat. Die beiden stacheln sich gegenseitig mit intensiven Blicken an, eine Einheit in Klang. Die beiden Jungs an der Seite sind halt auch dabei.

Alles vielfach komplexer als die Aufnahme. Neu-Interpretationen der Stücke, komplett neuen Passagen eingearbeitet, oft am Randbereich von musikalisch. Das ändert sich etwas beim Rückzug für sechs Stücke von den beiden Vorgänger-Alben. Hier dominiert brachialer Sound und Geschwindigkeit.

Maschinengewehrartige Stakkato-Texte zwischen den Stücken. Klingt mehr nach inhaltlich schwergewichtiger Performance als nach Ansagen. Spanisch müsste man können. Klingt nach Gleichnis, definitiv nicht mit gutem Ausgang.

Dann zurück zum Thema und noch fast alle fehlenden Stücke der neuen Scheibe. Komplexität wieder im Vordergrund. Selbst „la/SANDÍA“ kracht ganz ordentlich. „mother/HOLDS“ macht brachial den Abschluss.

Patschnass, ausgearbeitet, überglücklich strahlend. Verbeugung zu viert, und weg. Licht an, keine Zugabe. 1,5 Stunden Vollgas müssen reichen.

Die Schöne und die Wahnsinnige? Die Rhythmusmaschine und der Ausdruck? Zwei, die sich gefunden haben? Werft die Platten weg, stellt euch in die ersten Reihen. Orthografie ist da egal.

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