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Orville Peck – Pony

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Da haben wir ihn. Den Beweis dafür, dass Americana noch nicht tot und schon gar nicht zwangskonservativ ist. Orville Peck aus den Vereinigten Staaten erweist seinem Heimatland allein damit schon alle Ehre und einen unfassbar wichtigen Dienst, dass er ein Genre zu reformieren versucht, das wohl mindestens so verstaubt ist, wie die Prärie von der es singt.

Viele Staubkörner und langes Wandern – alternativ auch Reiten – gibt es auf „Pony“ trotzdem. Peck beschwört mit dem vollen und tiefen Klang quasi eine salontaugliche Version des sonst so hypermaskulinen Gitarrenschmachtens, in dem sich schon die ein oder andere Band und vielleicht sogar Karl May verloren haben.

Klar, bei „Turn To Hate“ kann man, wenn man sich anstrengt, auch ein eher obligatorisches „Yee-Haw“ heraushören. Das klingt aber so subtil und nebensächlich, dass man sich höchstens dabei ertappt, wie man Parallelen zu den von Rappern genutzten Ad Libs sieht. Was war wohl früher da? Old Shatterhand gegen Young Thug, wir wären dabei.

„Pony“ ist auch darin symbiotisches Zukunftswerk, dass es Gitarren nicht nur als Nebenfigur eines Lagerfeuers darstellt, sondern ihnen beizeiten so viel Platz einräumt, dass die Musik einen Studio-Pomp erhält, der einen kaum in die steckdosenfreie Steppe zurückführen kann.

„Buffallo Run“ und „Queen Of The Rodeo“ sind solche Lieder, die thematisch zwar kaum besser ins Schema passen könnten, den alten Country-Mustern aber noch ein paar frische Drums zur Seite stellen.

Orville Peck katapultiert sich mit „Pony“ definitiv ins 21. Jahrhundert. Die zweite Hälfte des Albums spielt sich zwar größtenteils in altbekanntem Terrain ab und lässt für Innovationen wenig Platz, Pecks Stimme ist aber derart eindrucksvoll, dass selbst Lieder wie „Take You Back (The Iron Hoof Cettle Call)“ und „Big Sky“ nicht sauer aufstoßen. „Big Sky“ wartet zudem mit einem Bass auf, der Pecks Stimme im Duett kaum besser begleiten könnte.

Selbst wer maskierten Country-Sängern mit Cowboyhut generell eher skeptisch gegenübersteht, könnte in „Pony“ den inneren Eskapisten befriedigen.

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