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Ex:Re – Live im Botanique, Brüssel

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Die Orangerie im Botanique, Brüssel. Eine Location wie wenige auf der Welt. Der ehemalige botanische Garten. Akkurat geschnittene Hecken-Labyrinthe davor, ein ehrwürdiges Gebäude.

Nicht nur in der Geschichte der Stadt, auch in der Geschichte alternativer Musik. Seit 1984 spielte hier alles was in der Indie-Szene Rang und Namen hat. Lange bevor sie große Hallen füllten. Front 242, Muse, Editors, Bon Iver, The National, The Libertines, The xx, Björk, Moby, Placebo, um nur ein paar der Namen zu nennen.

Ein kleiner Fleck Leben. Eingeschlossen zwischen emotionsfreien Stahl- und Glas-Monumenten der modernen Finanzwelt. Wie das Dorf der Gallier.

Trotz aller Alternativität ein angeschlagener Zeitplan. 19:30 Uhr Einlass bedeutet 19:30 Uhr, nicht etwa 19:31 Uhr. Zwei Tage vorher verkündet, Gustav Leo eröffnet. Genau von 20:00 bis 20:30 Uhr. Sharp. Lokaler Singer-Songwriter.

Sein Aufruf auf Facebook: „bring your broken hearts“. Hochgewachsen, Hipster-Bart trifft auf schwarze Tolle. Glaubwürdig gerührt mit seiner Gitarre auf dieser Bühne stehen zu dürfen. Sphärische Gitarre eröffnet, Schmalz in der Stimme als Kontrast zur Optik.

Steigert sich langsam mit Live-Samples , bis hin zu Anleihen von alten Radiohead. Zum Ende hin noch etwas Lebendigkeit mit Elektro-Beat und mehr Volumen in der Stimme. Schöne Einstimmung.

Umbaupause, 30 Minuten. Sharp. Das Layout des Raums 90 Grad gedreht zum normalen Konzertsaal, Querformat. Das gibt eine große Bühne und wenig Tiefe für das Publikum, jeder ist mehr oder weniger vorne dabei. Gitarren, Bässe, Cello, Keyboards, Drums, alles hat viel Raum für sich.

Bühne dominant in blau, Ex:Re kommen auf die Bühne. Das Herz von Daughter, Elena Tonra, nicht in der Mitte, mit ihrer Gitarre links am Rand. Dabei, nicht der dominante Mittelpunkt.

„My Heart“. Nur Gitarre und Gesang, verhalten, füllen den Raum fast unerträglich intensiv. Alle halten die Luft an. Die Anlage transportiert jeden Zwischenton der Dramatik. Das Licht pure kalt-blaue Emotion. Zum Ende legt Josephine Stephenson mit dem Cello subtilen Tiefgang darunter.

Langsamer, fließender Übergang in „Where The Time Went“. Der Rest der Band kommt ins Spiel. Weiche, subtil-ruhige Drums flechten Struktur ein. Das Cello produziert die verhaltene Melodie. Das würde schon reichen, mehr Intensität hat niemand erwartet.

Erste Instrumenten-Wechsel, Josephine an die Keyboards, Jethro Fox kommt mit einer weiteren Gitarre dazu. „Crushing“ ist der Wendepunkt. Ab jetzt ist es wirklich eine Band.

Das Volumen vervielfacht sich, alle sind voll dabei. Strahlen auf allen Gesichtern, die Choreografie abgestimmt durch wahnsinnig emotionale Blicke. Fabian Prynn, ein stereotypischer Nerd mit dicker Brille am Schlagzeug statt am Computer.

Blühendes Leben und die Freude an der gemeinsamen Musik verbindet alle. Es wird klar, warum das Solo-Projekt nicht „Elena Tonra“ heißt, sondern einen eigenen Namen hat.

„Betrunken“ von „New York“. Ein Kandidat für die Zugabe viel früher als erwartet. Die Toms mit dem Besen gestreichelt, das Cello vibriert. Der Takt jazzig verschoben. Erster absoluter Höhepunkt.

Direkt gefolgt vom zweiten Zugabe-Kandidaten „The Dazzler“. Elena besingt das euphorisch deprimierende Leben der professionell Reisenden. Ihre intensiven Blicke sprechen Bände.

Nach diesen beiden Höhenpunkten etwas Entspannung mit „Too Sad“ und „Liar“. Zu schade, dass jeder weiß, es gibt nur 10 Tracks. Das wird nicht so lange gehen wie es müsste.

Elena und Josephine die Multi-Instrumentalistinnen. Gitarre, Bass, Cello, Keyboard, alles wechselt durch. Elena betörend in überwältigend fröhlicher Begeisterung. Josephine in zurückhaltender Schönheit mit Hingabe für die erschaffene Musik. Das faszinierend empathische Paar wird komplementiert durch das selbstironische Auftreten von Fabian Prynn.

So schieben sie das Publikum weiter zur finalen Klimax. Beginnend als ein „drunken stutter“ entfaltet sich „Romance“ gewaltig. „Romance is dead and done“.

So sehr es auch zwischen den Augen und den Oberschenkeln schmerzt – auf der Bühne sind alle überwältigt von positiven Emotionen. Abschied mit lachenden Tränchen in den Augen.

Und sofort wieder da, „Everybody’s Got To Learn Sometimes“, ein Cover von The Korgis zum Abschied. Hätte auch von ihnen selber sein können.

Großartige Persönlichkeiten in großartiger Symbiose. Das nächste Mal hoffentlich mit mehr Tracks.

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