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GoGo Penguin – Live im Gazarte, Athen

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Der Weg ins Athener Gazarte erinnert gewaltig an die Probleme, mit denen sich Griechenland in den letzten Jahren innerhalb der europäischen Familie auseinander zu setzen hatte.

Denn besonders einladend wirkt die Gegend Kerameikos nicht, in der sich in der jüngeren Vergangenheit Clubs und Galerien etablierten, Nachtschwärmer szene-zugehörig differenziert feiern können und in der am gestrigen Freitag GoGo Penguin ihre Griechenland-Konzert-Premiere ablieferten.

Für das Gazarte gilt jedoch: von außen pfui, von innen hui, denn das Ambiente, das die Besucher hier bei Eintrittspreisen zwischen 20,- und 40,- EUR erwartet, ist mit seinen Sitzgelegenheiten auf der Galerie, dem Serviceruf am Tisch und dem stimmigen Kerzenschein im Premium-Sektor angesiedelt.

Besucher, die das Trio aus Manchester auf ihrer noch immer laufenden Promo-Tour für ihr letzjährig erschienenes „A Humdrum Star„-Album erleben wollten, erschienen reichlich. Bevor GoGo Penguin aber an der Reihe waren, gab es die Lokalmatadoren Op3 zu erleben.

Ebenfalls zu dritt, mit nahezu identischem Instrumentarium und voll auf Linie mit dem Hauptact angetreten, bereiteten deren griffige Jazz-Variationen in beinahe kongenialer Weise auf das Folgende vor, flogen die Finger des Mannes am Piano mit Lang Langscher Präzison über die Tasten, wie der Bass-Motor die Angelegenheit antrieb und die Drums zu dramatisieren wussten.

Kurzer Umbau und um 23:00 Uhr betraten Nick Blacka, Chris Illingworth und Rob Turner die in blaues Licht getauchte Bühne.

Der Kontrabass in der Mitte des Ensembles wurde von Beginn an zum zentralen Punkt, um den sich die pop-affine Reise durch den Jazz bewegen würde, in dem Elemente von Aphex Twin genauso eingepflegt wurden wie Klänge aus David Lynchs klingendem Traumlabor.

Das Set bestand hauptsächlich aus Beiträgen vom aktuellen Album, wobei bereits beim frühen Highlight „Reactor“ angenehm auffiel, wie viele melodische Facetten und Zwischentöne aus Klavier, Bass und Schlagzeug generiert wurden, die von spartanisch bis opulent das Kopfkino befeuerten.

Launig die Interaktion des Frontmanns Blacka mit dem Auditorium, er berichtete von mehr Sonnenschein in der Heimatstadt Manchester als gegenwärtig vor Ort, lobte die einheimische Küche und machte mit seinen beiden Musiker-Kollegen vor allem eines: dem Publikum einen handwerklich perfekten und musikalisch stimmigen Abend zu bereiten.

Wie aus der Konserve gilt auch live: besonders lange hält sich der Eindruck des eben Gehörten nicht. Wie auch sonst beim Jazz, lebt dieses Genre vom der Dynamik des Augenblicks.

Was bleibt: die GoGo Penguins nutzten ihr Momentum im Gazarte. Bleibt nur die Frage zu klären, ob die Club-Betreiber verpflichtet wurden, den griechischen Staatshaushalt über ihre Getränkepreise zu sanieren.

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