Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Loyle Carner (Credit Charlie Cummings)

Loyle Carner – Not Waving, But Drowning

Mit dem Debütalbum sowohl für den renommierten britischen BRIT als auch den Mercury Award nominiert worden zu sein und gleichzeitig die Top 20 im Brexit-geplagten Großbritannien geknackt zu haben: Es gibt wahrlich schlechtere Karrierestarts.

Loyle Carner, der neue britische Hip-Hop-Darling, gefördert durch Kate Tempest und lange on heavy rotation aufgrund seines erfrischend friedliebenden, unaggressiven und allürenfreien Hip-Hops, ist mit seinem lang erwarteten Nachfolger zurück.

Und natürlich sprudelt „Not Waving, But Drowning“ wieder vor Geschichten und Erzählungen, Loyle Carner ist einfach so ein Storyteller-Typ, der ständig und überall etwas aufnimmt und reflektiert.

Ob das unfreiwillig mitangehörte Gespräch im Zug, die Sorgen und Nöte der eigenen Freunde und nicht zuletzt sein eigenes Seelenleben, Carner hat für alle und alles ein Ohr und am Ende auch Rhymes übrig.

Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal zum Debüt sind der professionellere Sample-Gebrauch und die stark angestiegene Zahl an Features. Guest-MC’s geben sich die Klinke in die Hand auf den 15 Stücken von „Not Waving, But Drowning“. Lieblicher Frauengesang, der hervorragend Carners tiefensympathischen Reimstil ergänzt, ebenso wie vertraute Stimmen aus „Yesterday’s Gone“.

Einem durchaus noch recht neuen Männerbild entsprechend – gerade im Hip-Hop immer noch nicht unproblematisch – hat Carner auch überhaupt kein Problem damit, als erwachsener Mann und Scheidungskind, die besondere Rolle seiner Mutter in seinem Leben anzuerkennen und musikalisch zu würdigen.

Wie schon im Video zu „No CD“ von „Yesterday’s Gone“ partizipiert Jean Carner, Loyles Mutter, fleißig mit, ist Adressatin des ersten Tracks und Autorin des letzten. Allein das zeigt, mit welcher Art von Hip-Hop man es hier zu tun hat.

Producing und Sample-Gebrauch hören sich deutlich professioneller an, ohne das Carners Musik dabei an Charme einbüßt, im Gegenteil: „Not Waving, But Drowning“ ist das leicht bessere der beiden starken und tiefensympathischen Alben.

Ein schöner Soundtrack für warme Frühlingstage, denn Wärme ist Loyle Carners große Stärke.

Schreibe einen Kommentar