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Nick Murphy – Run Fast Sleep Naked

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Irgendwie ist es sein Debüt. Und irgendwie auch nicht. Nick Murphy – der war mal Chet Faker und hat sich mit seiner souligen Stimme in Kombination mit leichten Elektro-Beats in die Herzen von Kritikern und Fans auf der ganzen Welt gesungen. Seit 2016 hat der Australier sein Alter Ego offiziell ad acta gelegt und macht seitdem unter seinem bürgerlichen Namen Nick Murphy Musik.

Wer bei „Run Fast Sleep Naked“ auf den entspannten und in seiner Loophaftigkeit angenehm unaufgeregten Soul-Pop hofft, den Chet Faker einst auf „Built On Glass“ perfektioniert hat, der sei gewarnt. Wer hingegen sowieso eher Fan von dem stampfigen Indie-Pop ist, den er zusammen mit Marcus Marr auf der EP „Work“ vereint hat, der ist bei „Run Fast Sleep Naked“ genau richtig.

Denn, wenn man diese Wundertüte einem Genre zuordnen will, dann wohl am ehesten dem des Indie-Pop – im weitesten Sinne.

Die Vorab-Single „Sanity“ liefert einen ganz guten Eindruck. Lateinamerikanische Klavier-Grooves treffen auf eingängige Melodien und allerhand Background-Chöre, während man dazu mit 100 anderen Touristen am Hotelstrand unter dem Sonnenschirm liegt und genussvoll am Cuba Libre nippt und leicht wegdöst.

Wachgerüttelt wird man von den Synthies in der zweiten Strophe, die in etwa so klingen, wie das ganze Plastik, das vor der Küste im Meer rumtreibt. Braucht kein Mensch, aber um wirklich was dagegen zu unternehmen, sind auch alle zu faul. Die Liege ist bequem, die Sonne scheint – der Mainstream stört nicht weiter, aber haut einen jetzt auch nicht vom Hocker.

Man hat immer wieder Momente auf „Run Fast Sleep Naked“, die zwar okay, aber nicht wirklich berührend sind. Bei „Sunlight“ keift Murphy im Refrain ein bisschen zu hysterisch und bei „Yeah I Care“ klingen die Streicher, als hätte sie sich auf’s Artwork der Platte eingeschlichen und seien in der arabischen Wüste auf der Flucht.

Aber gerade, wenn man sich auch fluchtartig davon machen will, taucht plötzlich die Oase auf. In „Harry Takes Drugs On The Weekend“ sind Bass und Streicher in perfekter Harmonie. Dazu packt Murphy genau die richtige Portion Soul in seine Stimme. Und dann noch diese Bläsertupfer, die ungewöhnlich sind, ohne zu nerven und den Sound perfekt ergänzen.

„Novocaine And Coca Cola“ fließt sechs Minuten entspannt vor sich hin, ohne zu langweilen, überschachtelt Kopfstimme mit Brustregister, Ohs mit Ahs, Schlagzeug mit Beats, Flötensounds mit Gitarre und lässt einen innehalten und alles, was nicht zu diesem Song gehört, ausnahmslos ausblenden.

Diese Perlen machen „Run Fast Sleep Naked“ zu einer absolut hörenswerten Platte. Und für die anderen – da gibt’s den Skip-Button.

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