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Catfish And The Bottlemen – Live im Huxley’s, Berlin

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Der Sommer ist zurück. Das hat nicht nur der Papagei begriffen, der als riesige Leuchtreklame die Bühne des Huxley’s ziert und genüsslich an einem Strohhalm nuckelt.

Im 1. Obergeschoss ist der Sommer per Definition dann immer noch ein bisschen mehr zurück. So auch heute in Huxley’s Neuer Welt, in der Catfish And The Bottlemen die Tour zu ihrem dritten Album „The Balance“ exklusiv nach Deutschland bringen.

Eröffnen dürfen den Abend die Lokalpatrioten von The Flavians. Zum Glück bringen die etwas weniger Brit-Rock und dafür feinsten Indie-Pop mit, wie sonst hätte man den ganzen Abend in der dunstigen Hitze der schwebenden Halle über stehen und überstehen sollen?

Dass Catfish And The Bottlemen in Deutschland Fans haben, hätte man ja ahnen können. Dass besonders die, die sich in die erste Reihe durchgekämpft haben, aber so laut sind, und das sogar noch bevor die Band tatsächlich die Bühne betritt, kommt sogar für uns überraschend.

Ist aber so und so sind nicht die Gitarren der Band aus Llandudno, sondern das Gekreische der weiblichen Fans aus der ersten Reihe das, was uns als erstes die Gehörgänge dehnt.

Als Catfish And The Bottlemen dann aber tatsächlich auf der Bühne stehen und „Longshot“ von ihrem aktuellen Album „The Balance“ spielen, kommt die Lautstärke von beiden Seiten.

Wer nach dem doch etwas aufpolierteren dritten Album dachte, die Pop-Sympathien würden sich auch in einer seichteren Bühnenshow äußern, liegt falsch. Van McCann hat Bock und das Publikum auch.

Während ersterer auf und ab läuft, die Gitarre in Songs wechselt und wirklich sehr nach Indie-Rock aussieht, hüpft zweiteres auf und ab. Der Boden bebt und im Huxley’s ist das keine Übertreibung.

Mit „Kathleen“ und noch intensiveren Bewegungen vor der Bühne beginnt auch McCann mit dem Publikum zu interagieren. Das äußert sich erst einmal nur darin, dass er sichtlich beglückt über die vielen Fans ist, die „Kathleen“ immer noch hat.

Später gipfelt’s sogar in dem Publikum überlassenen Textpassagen. Ausbrüche aus der konstanten Energieleistung der Band gibt es kaum. Catfish And The Bottlemen sind bemüht die Euphorie, die offensichtlich auch auf das Publikum übergegangen ist, konstant aufrechtzuerhalten.

Der Sound im Huxley’s kommt dem ganzen nur mäßig entgegen. Dank der Location klingt alles noch ein bisschen schrammeliger – ist doch eigentlich gut so, oder?

Klar, irgendwie wünscht man sich auf den Alben schon immer ein bisschen mehr Schweiß und Dichte, ein bisschen mehr Oasis und ein bisschen weniger Imagine Dragons, live geht in einigen Liedern, ein Beispiel dafür wäre „Anything“, das von Nuancen und Auslassungen lebt, dann doch etwas verloren.

„Outside“ markiert den einen Ausbruch, den die Band trotz eigentlicher Songtreue wagt. Plötzliches Gejamme und ekstatische Ausrufe McCanns, die ein bisschen so klingen, als hätte ein verwirrter Fan das Mikrofon gemopst und wüsste jetzt nicht so genau, was er eigentlich für eine Message hat.

Diese erstklassige Imitation eines verwirrten Fans verwirrt wiederum die Fans, die für eine kurze Zeit mit dem Hüpfen aufhören und ein bisschen so wirken wie das Lemurenvolk in Madagascar, wenn King Julien aufhört, zu „I Like To Move It“ abzugehen.

Sonst ist King Julien aber für seine Fans da und spielt das Set bei hoher Intensität runter. Die Menschen sind verschwitzt und glücklich, die Band wohl auch.

Catfish And The Bottlemen klingen manchmal eintönig und sind vielleicht nicht das nächste Riesending am Rockfirmament, dass sie den Pop-Rock im Gegensatz zu der Vielzahl an Bands, die eine Gitarre höchstens mit auf die Bühne schleppen, um cool auszusehen, jung halten und in die Gegenwart hieven ist hingegen unstrittig.

Dafür und für solche Abende dürften ihnen genügend Leute dankbar sein.

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