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Catfish And The Bottlemen (Credit Jill Furmanovsky)

Catfish And The Bottlemen – The Balance

Täglich grüßt das Murmeltier. Catfish And The Bottlemen melden sich mit ihrem dritten Studioalbum „The Balance“ zurück. Nach „The Balcony“ und „The Ride“ folgt jetzt also das dritte Album der Band aus dem walisischen Llandudno, das so auch als Bandname durchgehen würde.

Das Farbschema ist immer noch monochrom, die Haare etwas ungewaschen und die Lederjacken die Uniform der Wahl. Hat sich denn sonst irgendetwas geändert?

Etwas irritiert müssen wir gestehen: Ne, nicht wirklich. Die hymnenhafte Inszenierung der Band, die gern die größte der Welt sein möchte, schreitet auch auf „The Balance“ unaufhaltbar voran.

Um langsame, abwechslungsreiche und teils sogar mystische Songs wie „Glasgow“, „Emily“ und „Hourglass“ gekürzt, wirkt das neue Album sogar noch ein Stück uniformer, als es die Vorgänger waren.

„Longshot“ und „2all“ bieten mit stolpernden Tempowechseln zwar etwas, das man auf den früheren Platten noch nicht von den Briten zu hören bekam, ob man das jetzt lobend hervorheben sollte, ist da eine andere Frage.

Catfish And The Bottlemen mache immer noch Musik, die man heutzutage manchmal vermisst und ins Radio sehnt, die auf Festivals die größte Schnittmenge und auf Spotify die Algorithmen von jedem, der schon einmal eine Gitarre gehört hat, bedient.

„Encore“ und „Mission“ sind intensiv, basslastig, kurzweilig und nach ein paar Durchläufen schon im Gedächtnis verankert, bereit mitgegröhlt zu werden.

In einer Zeit, in der sich fast jede Band gern ausprobiert, immer wieder neue und alte Fans verliert, weil A nicht klingt wie B, sind Catfish And The Bottlemen damit schon fast Rebellen, die dafür sorgen, dass wir auch in 50 Jahren noch Lieder hören dürfen, die nach Oasis und den bis dahin bestimmt bis ins Unendliche glorifizierten 2000ern klingen, in denen man nur am Handy hing um Snake zu zocken.

Apropos Oasis, „Coincide“ dürfte ab heute als Blaupause dafür dienen, wie man einen Gallagherschen Song schreibt, aufpoliert, modernisiert und dann in einem sehr aufgeräumten Studio aufnimmt.

Nichts mit Garage. Und auch nichts mit Politik. Denn auch, was den Inhalt des Albums angeht, üben sich Catfish And The Bottlemen in moderater Zurückhaltung, was Texte abseits von Liebe, Selbstzweifel und dem Leben als Rockstar angeht.

Man weiß nicht so recht, ob man Catfish And The Bottlemen dafür danken oder verdammen soll, dass sie sich einfach nicht dazu überreden lassen, irgendetwas anders zu machen.

Die Romantik des Versuchs, diese Zeit zu konservieren und das fortwährende Drängen der Waliser in den Mainstream gepumpt zu werden, macht jedenfalls Lust darauf, keine Gelegenheit zu verpassen, die Band live zu sehen.

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