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George Ezra – Live in der Lanxess Arena, Köln

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Und dann filmten plötzlich alle ein altes Grammophon. Es zaubert einem unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen, wie punktgenau diese Szene den heutigen Film-Wahn bei Konzerten in Perfektion ad absurdum führt.

George Ezra steht dazu im Dunkeln und zitiert sich sozusagen selbst, indem er sein Spotlight dem Grammophon abdrückt, aus dessen goldener Muschel nicht nur wohliges Knistern und Rauschen, sondern auch das A-Capella-Intro zu „Did You Hear The Rain“ erklingt.

Es sind Songs wie diese, bei denen der junge Brite – umringt von einer großartigen Live-Band – sein volles Potential entfaltet und über den mainstreamigen Traum-Schwiegersohn hinauswächst.

Der Vorhang fällt passend zu der dramatischen Licht-Show und dem Sound, der mit voller Wucht viel mehr an soliden Indie-Rock als Radio-Pop erinnert.

Abseits davon machte Ezra gestern in der Lanxess Arena seinem Ruf als Lieblingsboy der Pop-Musik alle Ehre. Zu vielen Songs erzählt er in feinstem britischem Akzent ausschweifende Anekdoten und wickelt das Publikum mit seinem Charme im Handumdrehen um den Finger:

„Wie ein paar von euch vielleicht aufgefallen ist, schreibe ich gerne Songs über Orte, die ich mal besucht habe. Als ich meine erste Platte geschrieben habe, habe ich mir ein Interail-Ticket gekauft, womit man durch ganz Europa fahren kann.

Ich habe mir also ein paar Städte rausgesucht, bin dort aus dem Zug gesprungen und die Hostels abgegangen, mit der Hoffnung, dass sie ein freies Bett haben. Aber es gab einen Ort, wo ein Freund mir den Kontakt zu drei Schwedinnen vermittelt hat.

Ich bin also zu diesen drei Mädels und als ich ankam, waren sie total aufgeregt. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das überhaupt nichts mit mir zu tun hatte, sondern mit dem Finale des Eurovision Songcontest.

Ich hatte es mein ganzes Leben erfolgreich gemeistert, diese Show nicht gucken zu müssen, aber im Angesicht der drei Schwedinnen änderte ich meine Meinung schnell. Leider war es bereits zu spät um Alkohol zu kaufen.

Wer den Contest kennt, kann sich denken, dass nüchtern Gucken keine Option war. Bitte verurteilt mich nicht, aber ich habe einem Mann im Park eine Flasche Rum abgekauft und getrunken. Am nächsten Tag ging’s mir nicht sehr gut.

Aber ich bin länger in Schweden geblieben und deswegen hab‘ ich es nie nach Budapest geschafft. In einem Liebeslied schreiben die Leute immer darüber, was sie alles für die Person aufgeben würden.

Aber als ich ein Liebeslied schreiben wollte, ist mir aufgefallen, dass ich gar nichts besitze. Und dann dachte ich: George, zähl‘ einfach Dinge auf, die du nicht hast, die sich aber gut anhören.“

Natürlich war schon drei Sätze dem Ende dieser länglichen Ansage klar, welches Lied als nächstes kommt. Im Refrain von „Budapest“ verfällt das Publikum dann auch bereitwillig in kollektives Wolfsgeheul.

Ezra spielt ein ausgewogenes Set, das zu fast gleichen Teilen aus Songs vom Debüt „Wanted On Voyage“ und der aktuellen Platte „Staying At Tamara’s“ besteht und meistert damit die perfekte Balance zwischen zurückhaltenden Balladen und Uptempo-Nummern, zu denen der Keyboarder gerne den Animateur spielt, an den Bühnenrand hetzt und im Hampelmann-Modus das gesamte Publikum zum Mitklatschen animiert. Es gelingt ihm immer.

Trotzdem ist auch Platz für Underdogs, wie dem schüchternen „Leaving It Up To You“, zu dem die überdimensionalen Lampenschirme über der Bühne Gesellschaft von zahlreichen orangen Lampions bekommen, die sich magisch aus der Decke herunterlassen und die passende Stimmung verbreiten.

Beim letzten Song der Zugabe lädt Ezra seine Vorband Hot 8 Brass Band zur vereinten Bläserkraft auf die Bühne und feiert zu „Shotgun“ mit Publikum und Mitmusiker seine angekündigte „letzte Party“ des heutigen Abends. Sein Grinsen ist dabei so breit, dass man gar nicht anders kann als Mitfeiern.

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