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The Notwist – Live im Karlstorbahnhof, Heidelberg

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Der anspruchsvollste Tanz in den Mai will weder einer sein, noch böte er aus Platzgründen viel Gelegenheit dazu. The Notwist machen in der Walpurgisnacht den Karlstorbahnhof so voll, dass einigen nur die Möglichkeit als Zaungast bleibt, um ab und an durch die offenen Türen des Eingangsbereiches einen Blick in den Saal zu erhaschen.

Ohne große Werbetrommel, ohne aktuellen Hit (falls sie sowas je hatten), an einem für die deutsche Trinkkultur sensiblen Datum, dieses Venue auszuverkaufen, schaffen längst nicht alle.

Und obendrein noch ohne neues Album – aber womöglich mit der Aussicht auf eines (zur Mitte des Sets spielen die Oberbayern ein bisher unbekanntes, vermutlich neues Stück. Es könnte ein Vorbote sein.).

Da Frontmann Markus Acher außer der obligatorischen, schüchternen Handbewegung als Willkommens- und Abschiedsgeste, verbunden mit einem sachten „Dankeschön“ jedoch gewohnt stumm bleibt, lässt sich darüber nur mutmaßen.

Sie tarnen das Stück gut, packen es zwischen einige der besten Songs ihrer Karriere, „Boneless“, Pick Up The Phone“ oder „Pilot“, aus den Album gewordenen Stars des Abends: „Neon Golden“ und „The Devil, You And Me“.

Gehört der technisch makellose Auftakt noch überwiegend den Stücken von „Close To The Glass“ – ihrem bisher letzten regulären Studioalbum aus 2014 (von den Soundcollagen auf „Messier Objects“ ein Jahr später abgesehen) – sitzt auch mit fortschreitender Konzertdauer jedes Soundfile, jeder Gitarrensound, jeder Snareschlag zielsicher in den Ohren staunender Gäste – allesamt froh, das hier zu kennen.

Wenn bei dieser Band musikalisch etwas hinkt, dann höchstens der Gesang von Acher. Der ist allerdings schon wieder so lange Trademark, dass es anders kaum vorstellbar ist. Im sehr lauten Mix wird er aber vermutlich deshalb auch gerne etwas in den Hintergrund geschoben. Heute noch ein bisschen mehr als sonst.

Denn zugegeben, The Notwist hatten schon einen besseren Gesamt-Sound, das lässt sich nicht leugnen. Trotzdem bleiben Noise-Eskapaden in Songs wie „This Room“ die charmanteste Zumutung seit es Lamellen-Ohrstöpsel gibt.

Es sind die Momente, in denen Jazz-Schlagzeuger Andi Harberl immer wieder unter Beweis stellt, dass er hierzulande zu den absolut besten seines Fachs zählt.

Karl Ivar Refseth am Vibraphone steht neben ihm immer etwas im Halbschatten, dabei ist sein Beitrag zu exquisiter Harmonie und Dynamik der Songs kaum zu überschätzen. Bei den Zugaben „Consequence“ oder „Gravity“ werden mit vier und mehr Schlägel an diesen Instrumenten dann nochmal alle Register gezogen.

Bassist Micha Acher unterstützt einmal mehr an einem der zahlreichen Glockenspiele, Keyboarder Christoph Beck wechselt an die Gitarre und vom linken an den rechten Bühnenrand, um neben Gitarrist und Keyboarder Max Punktezahl eine Lautstärkenstufe von der anderen Seite nach oben zu steigen.

Das unverschämt gute Detailspiel mit der Dynamik, verschiedenen Sounds und Genres ist schließlich genau das,  wofür mehr Leute gekommen sind als reinpassen. Und die wenigsten werden The Notwist hier zum ersten Mal live erleben.

Das Publikum: ein einziges Who-Is-Who der Heidelberger Kultur- und Kreativwirtschaft, samt Freundeskreis. Manch einer singt von der Pfandrückgabe bis zur heimischen Türschwelle noch immer das schönste Mantra des Abends: „Leave me paralyzed, love/ Leave me hypnotized, love“.

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