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Dieser Moment hat mich so bewegt – Felix Räuber im Interview

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Felix Räuber ist Sänger, Komponist und Produzent. Bekannt wurde der gebürtige Dresdner als Frontmann der Elektro-Pop-Band Polarkreis 18, mit der Räuber vor knapp zehn Jahren große Erfolge feiern konnte („Allein Allein“). Seit 2012 liegt die Band allerdings auf Eis. Seitdem ist es um die Person und den Künstler Felix Räuber merklich ruhiger geworden. Mit der Veröffentlichung seiner zweiten Solo-EP „ME“ tänzelt der Sänger und Globetrotter nun wieder zurück ins Rampenlicht. Wir trafen Felix Räuber zum Interview uns sprachen über autarkes Arbeiten, künstlerische Herausforderungen und inspirierende Mauern.

MusikBlog: Felix, dieser Tage erscheint deine zweite Solo-EP „ME“. Warum hast du dich erst einmal für die Veröffentlichung kleinerer Formate entschieden, anstelle eines kompletten Debütalbums?

Felix Räuber: Die Produktion eines ganzen Albums verschlingt unheimlich viel Zeit. Natürlich ist es mein Ziel, irgendwann ein komplettes Album vorstellen zu können. Aber für mich als Solo-Künstler, der weitestgehend autark arbeitet, ein eigenes Label und ein eigenes Management im Rücken hat, machen die Veröffentlichungen kleinerer Formate erst einmal mehr Sinn.

MusikBlog: Dis Polarkreis-18-Auszeit dauert ja nun schon knapp acht Jahre an. Gab es einen bestimmten Moment in der Vergangenheit, in der dir klar wurde, dass es an der Zeit wäre, mit eigenem Material an den Start zu gehen?

Felix Räuber: Ich hab ja nie wirklich aufgehört, Musik zu machen. Die erste Zeit nach der Band war eine, in puncto Kreativitätsentwicklung, sehr aufregende Zeit, in der ich viel ausprobiert habe. Irgendwann habe ich durch meine Reisen aber einen Zugang zur Musik gefunden. Da waren dann plötzlich ganz andere Inhalte präsent. Das war dann auch die Zeit, in der der Grundstein für mein Solo-Schaffen gelegt wurde.

MusikBlog: Im Vergleich zur Debüt-EP „Wall“ setzt du dich auf „ME“ mehr mit dir selber auseinander. War das eine größere Herausforderung?

Felix Räuber: Ich weiß nicht, ob es herausfordernder war. Ich bin da nicht so detailversessen und achte haargenau darauf, in welche Richtung ein Text geht, oder gehen könnte. Mir ist wichtiger, dass das das Gesamtkonzept schlüssig ist. Es gibt ja beispielsweise auch Songs auf der neuen EP, die komplett ohne Gesang auskommen. Wenn ich über Herausforderungen nachdenke, dann fällt mir eher ein, dass es mir unheimlich wichtig war, ein in sich stimmiges, audiovisuelles Gesamtwerk zu kreieren. Das war das Ziel. Jeder Song hat ja auch ein eigenes Video. Die Videos wurden nach der Produktion auch noch innerhalb eines Kurzfilms zusammengefasst.

MusikBlog: Identitätssuche ist ein großes Thema auf „ME“. Auf dem Cover erstrahlt dein Gesicht sowohl im maskulinen als auch im femininen Glanz. Gibt es bestimmte Momente in deinem Alltag, in denen du dich eher so oder so fühlst und definierst?

Felix Räuber: Das Cover treibt die Thematik natürlich auf die Spitze. Es ist jetzt nicht so, dass es auf dem Album um bewusste Transgender-Problematiken geht. Ich selbst bin physisch – ganz klar – nicht transsexuell. Was ich aber total spannend finde, ist die Tatsache, dass jeder Mensch weibliche, männliche und intersexuelle Anteile in sich hat. Das ist nun mal so. Und wie jeder, ich natürlich inbegriffen, mit diesen unterschiedlichen Empfindungen umgeht, fasziniert mich einfach.

MusikBlog: Du hast mal gesagt, dass du in der Zeit nach dem Polarkreis-18-Aus ziemlich lange „künstlerisch orientierungslos“ unterwegs warst. Wie geht’s dir als Künstler im Hier und Jetzt?

Felix Räuber: Ich denke schon, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Aber es gibt natürlich auch heute noch Tage, an denen ich vor einem leeren Blatt Papier hocke und nicht so richtig weiß, was ich der Welt erzählen soll. (lacht) Gewisse Höhen und Tiefen gehören einfach dazu.

MusikBlog: Du hast vorhin deine Reisen angesprochen. Wo ging es überall hin?

Felix Räuber: Ich war vor allem in Ländern unterwegs, die kulturell auf ganz anderen Fundamenten stehen als Deutschland und Co. Ich war viel in Osteuropa unterwegs. Ich habe den Islam näher kennengelernt. Ich war in den Kaukasusländern, in Saudi-Arabien, im Iran, in Israel und Palästina. Versprochen habe ich mir durch die Reisen in erster Linie eine Erdung. Ich wollte weg vom Input-Überangebot, mit dem ich in Deutschland tagtäglich konfrontiert bin.

MusikBlog: Mit welchen Eindrücken und Gefühlen bist du zurückgekehrt?

Felix Räuber: Da war vor allem ganz viel Demut in mir. Es ist einfach so, dass die mediale Berichterstattung hierzulande so gut wie nichts mit der Realität in diesen Ländern zu tun hat. Wenn man wirklich wissen will, wie die Leute im Iran oder in Saudi-Arabien leben, dann sollte man den hiesigen Filter beiseite schieben, die Sachen packen und vor Ort eigene Erfahrungen sammeln.

MusikBlog: Gab es eine Erfahrung oder einen Moment, die oder der dich auch heute noch sehr beschäftigt?

Felix Räuber: Es gab viele solcher Momente. Für mich als „Ossi“ war es beispielsweise der Besuch des Grenzbereichs zwischen Israel und Palästina, der mich sehr bewegt und beeindruckt hat. Wenn man dort vor neun Meter hohen Mauern steht, macht das schon was mit einem. Man fragt sich dann ganz automatisch: Warum machen Menschen so etwas?

MusikBlog: Kurz darauf hast du deine Solo-EP veröffentlicht. Kein Zufall, dass die den Titel „Wall“ trägt, oder?

Felix Räuber: Nein, kein Zufall. Dieser Moment hat mich so bewegt, dass ich wusste, dass ich darüber einen Song schreiben muss. Das war der Startpunkt des Ganzen. Dieser Moment war sozusagen die Geburtsstunde meines Solo-Projekts.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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