Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Kate Tempest (Credit Julian Broad)

Kate Tempest – The Book Of Traps And Lessons

Innerhalb der stetig wachsenden Spoken-Word-Community, in der man gerne zuhört, wenn andere Menschen ihr Innerstes nach kehren, sitzt die britische Rapperin, Dichterin, Autorin und Dramatikerin Kate Tempest ganz oben auf dem Erfolgstreppchen.

Als Sprachkünstlerin der Moderne, und als Bindeglied zwischen Literatur und Hip-Hop, liegen der Britin nicht nur zigtausende Fans, Jimmy Fallon, Charlie Rose und zahlreiche Mercury-Prize- und Brit-Awards-Verantwortliche zu Füßen, sondern neuerdings auch ein gewisser Rick Rubin.

Der Producer-Guru mit dem Rauschebart zeigt sich mitverantwortlich für das neueste Tempest-Schaffen namens „The Book Of Traps And Lessons“, einem schwergewichtigen Gedanken-Wimmelbuch, eingehüllt in eine zarte Sound-Blase. In dieser wird weder getanzt noch gefeiert.

Der Klangteppich, auf dem sich der wahlweise ermutigende oder provozierende Reise-ins-Ich-Leitfaden ausbreitet, weckt Erinnerungen an Instrumental-Glanztaten aus den Federn von Air und Portishead („Three Sided Coin“, „Firesmoke“, „Holy Elixir“).

Manchmal schiebt Rubin auch ein paar Kirmes-Vibes mit rein („I Trap You“), oder er tänzelt auf klinischen Casio-Tasten („Lessons“). Aber ganz egal, was der Maestro im Hintergrund werkelt und tüftelt: Der Platz im Rampenlicht gehört immer Kate Tempest.

Mit ihrer bezirzenden und eindringlichen Stimmfarbe („All Humas Too Late“) und ihren nachhaltigen Geschichten, in denen sie soziale Kälte und den wachsenden Konsumwahn anprangert und im gleichen Atemzug Zusammenhalt und Liebe predigt, hinterlässt die Spoken-Word-Ausnahmeerscheinung wieder einmal große Spuren.

Schreibe einen Kommentar