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Mattiel – Satis Factory

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„Satis Factory“. Albumtitel zu Orten umzufunktionieren, um sich in dem Album an dem eigens dafür geschaffenen Ort auszutoben, scheint der neue Trend in der Riege retronostalgischer Indie-Künstler*innen zu sein.

Mattiel macht da nach dem selbstbetitelten Debüt von 2017 keine Ausnahme und entführt mit ihrem Zweitling in die wohl kontemporärste aller Fabriken. Hier wird Glück geschmiedet, oder Traurigkeit.

„Til The Moment Of Death“ klingt wie „Mattiel“. Stark mit Präriestaub besetzter Indie-Rock, gelangweilt, aber gleichzeitig eindringlich klingende Stimme und repetitive Saloon-Atmosphäre. Was der Song zu bedeuten hat? Vielleicht dauert es bis zum Tode, bis die Belegschaft der „Satis Factory“ sich gegen ihre Vorgesetzten aufbäumt und „satis“ hat.

Satis heißt genug auf Latein und wir entschuldigen uns an dieser Stelle förmlich bei jedem Lateinlehrer, den wir mit dieser Verballhornung seiner heiligen Sprache zur Weißglut getrieben haben. Alea iacta est! Oder so.

Für Mattiel sind mit dem ersten Track die Würfel noch nicht gefallen – für diese Überleitung entschuldigen wir uns bei allen anderen, also denen ohne Latinum, auch noch mal. Läuft ja heute.

Den Saloon verlassen wir spätestens mit „Je Ne Me Connais Pas“ nämlich endgültig. Viel zu dynamisch, selbstbestimmt und poppig mutet dieser Song an, um noch in der Bar für cowboyhut-tragende Machos gespielt zu werden.

Den prädestinierten Hit von „Satis Factory“ finden wir etwas später in „Keep The Change“, das auch im Vorhinein schon als Single umherging.

Bei „Berlin Weekend“ wird’s dann noch mal sehr interessant. Der Song, der eigentlich zwischen Garage-Rock und Western pendelt, bekommt die Dringlichkeit der 60er, den revolutionären Moment der Anfänge des Rock und liefert, um das noch zu toppen, sogar eine stimmliche Leistung, die in einem französischen Chanson nicht fremd wirken würde.

Eklektikizismus in Songgestalt und Anlass dafür, auch auf den letzten beiden Tracks „Heck Fire“ und „Long Division“ etwas zu experimentieren.

Mattiel ist an sehr vielen Orten zu Hause. Und die kreative Energie, die notwendig ist, um neue Orte zu erschaffen, ist auch vorhanden. Bon Voyage.

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