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Julien Baker – Live in der Oetinger Villa, Darmstadt

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Ein Julien-Baker-Konzert steht im Zeichen imposanter Gesangskunst mit großen Emotionen. Als sie zuletzt 2017, im Vorfeld ihres aktuellen Albums „Turn Out The Lights“, hierzulande tourte, war ihr dieses Siegel ganz allein beschieden. Die US-Punkerin Lauren Denitzo, die sie damals als Support-Act dabei hatte, konnte ihr zu keiner Zeit das Wasser reichen.

Zwei Jahre später sieht die Sache etwas anders aus. Die kleine Power-Frau aus Memphis Tennessee ist dem Teenager-Alter entwachsen, hat in der Zwischenzeit mit zahlreichen namhaften Kollegen kollaboriert, unter anderem mit Phoebe Bridgers als Boygenius oder den US-Rockern Manchester Orchestra und leistet sich nun einen vielfach beeindruckenderen Support – der darüber hinaus sogar ihrer eigenen Show den zwingend nötigen Halt bietet.

Die US-amerikanische Singer/Songwriterin Aisha Burns glänzt mit einer unglaublich souveränen Gesangsperformance über minutiös flächigem Gitarrenpicking. Die restlos ausverkaufte Oetinger Villa ist trotz unerträglicher Temperaturen folgerichtig schon mit den ersten Tönen lückenlos von der Bühne bis zur Bar gefüllt.

In einer Nische zwischen Joan Baez und Tracy Chapman fasziniert die bildhübsche Rasta-Musikerin mit Singer/Songwriter-Nummern weit jenseits gängiger A-B-Schemen. Im Zentrum ihr Gesang. Jedes Mal, wenn ihre Stimme gezielt kippt, springen Herzen wieder in den Takt.

Julien Baker kann mit dieser Souveränität nicht Schritt halten. Dabei ist es keinesfalls so, dass Baker nicht auch pauschal im Stande wäre, Augen im Publikum für ganze Songs zu schließen und ihr Talent unter Beweis zu stellen.

Es funktioniert nur längst nicht immer gleich gut und die Qualität zwischen den einzelnen Songs schwankt stark. Burns hat zugegebener Maßen aber auch die Messlatte unverschämt hoch angesetzt.

Am besten ist Baker dann, wenn Sie, wie im Opener „Blacktop“ aus ihrem Debüt „Sprained Ankle“, mit sich, ihrer Stimme und Gitarre alleine ist, und keine zusätzlichen Elemente ihre Aufmerksamkeit abverlangen.

Bei den neuen Stücken hält nicht selten erneut Aisha Burns als Bakers formidable Violinistin den opulenteren Sound der aktuellen Platte zusammen. Sie kommt bei „Shadowboxing“ zurück auf die Bühne und bleibt bis kurz vor Schluss der Sidekick, der mit smooth-hallender Geige ein flächiges Bett unter die gebrechlichen Stücke zaubert.

Baker selbst hat Mühe den breiteren Sound umzusetzen. Sie wechselt häufig zwischen zwei Mikrofonen, zwischen Piano und Gitarre und verpasst nicht nur dadurch ein ums andere Mal ihre Einsätze. Sie verliert auch mal den nächsten Ton aus den Augen und wirkt in diesen Momenten leicht überfordert.

Man kann ihre Effektpedale klicken hören, wenn sie etwa in „Turn Out The Lights“ zwischen den dynamisch stark variierenden Gitarrensounds umschaltet. Das hat durchaus mit der fast schon beängstigenden Stille des Publikums zu tun, ist letztlich aber auch einer äußerst leisen Produktion geschuldet.

Die hohen Töne beim epischen Finale des Stückes setzt sie nicht daneben, sie versucht sie erst gar nicht und umschifft stattdessen mit einer gefühlten Improvisation.

Eventuell hatte sie nicht ihren besten Tag. Vielleicht wäre aber auch zusätzliche Woman-Power die Lösung für einen etwas lockereren Auftritt gewesen. Eine grandiose Frau mehr auf der Bühne reicht heute nicht ganz, um Bakers Zweitwerk gerecht zu werden.

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