Für diese Website registrieren

1 × drei =

Mit der Registrierung stimmst du den MusikBlog Nutzungsbedingungen zu.

Bitte gib deine E-Mail-Adresse hier ein. Du bekommst eine E-Mail zugesandt, mit deren Hilfe du ein neues Passwort erstellen kannst.

Entdecke neue Musik

Empfiehl deinen Freunden neue Alben oder Konzerte deiner Lieblingskünstler, erstelle deine persönlichen Album-Charts oder gewinne Konzertkarten und mehr bei unseren Gewinnspielen.

Das war schon alles ziemlich heftig – Marika Hackman im Interview

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.

Marika Hackman hat turbulente Zeiten hinter sich. Kurz vor dem Produktionsbeginn ihres dritten Studioalbums ging ihre langjährige Beziehung mit Amber Bain (The Japanese House) in die Brüche. Die Folge: Gefühlschaos und ein immenser Zukunftsdruck. Es stapelten sich viele Fragezeichen. Wie soll es weitergehen? Was wird aus mir und meiner Musik? Wann werde ich wieder in der Lage sein, klar zu denken? Dieser Tage präsentiert sich nun Marikas neues Album „Any Human Friend„. Darauf präsentiert sich die Sängerin experimentierfreudiger denn je. Auch inhaltlich hält Marika Hackman nicht hinterm Berg. Klassische Break-Up-Anekdoten gepaart mit hüllenlosen Fantasien treiben so manch prüdem Hörer die Schamesröte ins Gesicht. Wir trafen uns mit Marika Hackman zum Interview und sprachen über persönliche Dramen, Gleichberechtigung und Sex.

MusikBlog: Marika, im Vorfeld der Produktion deines neuen Albums „Any Human Friend“ türmte sich ein Berg aus verschiedensten Emotionen vor dir auf. Neben dem Ende einer langjährigen Beziehung klopfte zeitgleich auch noch erhöhter Erwartungsdruck an deine Tür. Welche Erinnerungen an diese Zeit sind bei dir haften geblieben?

Marika Hackman: Das war schon alles ziemlich heftig. Ich kann das rückblickend auch nur schwer beschreiben. Natürlich waren da viel Traurigkeit und auch viel Sorge und Angst präsent. Wenn man über vier Jahre mit einem Menschen zusammen ist, dann hinterlässt das Ende der Beziehung natürlich auf beiden Seiten Narben. Hinzu kam, dass ich wusste, dass es an der Zeit, ein neues Album anzugehen. Da kommt dann plötzlich auch noch Druck dazu, den man nicht einfach so beiseite schieben schieben kann.

MusikBlog: Wie bist du aus der Situation rausgekommen?

Marika Hackman: Ich musste mich überwinden. So viel Ballast kann man nicht einfach deckeln. Ich habe dann einfach mit dem Schreiben angefangen. Und ich war fast jeden Tag schwimmen. Das hat mir auch sehr geholfen. (lacht)

MusikBlog: Beim Schwimmen soll man ja gut den Kopf frei bekommen.

Marika Hackman: Ja, bei mir hat das jedenfalls sehr gut geklappt. Ich weiß nicht, ich glaube, ich war während des kompletten Aufnahmeprozesses bestimmt jeden Tag mindestens einmal im Wasser. So kommt es mir zumindest vor. Beim Schreiben, während der Aufnahmen: zwischendurch war ich immer nass. (lacht)

MusikBlog: Auf dem Cover hältst du in halbnackter Pose ein Ferkel im Arm. Was steckt dahinter?

Marika Hackman: Das Ferkel könnte auch ein Baby sein. Viele Menschen haben ein völlig falsches Bild von Schweinen. Die Leute denken, Schweine seien schmutzig, dumm und nur zum Verzehr geeignet. Aber das ist Schwachsinn. Schweine sind dem Menschen in vielen Dingen sehr ähnlich. Sie sind sehr intelligente und saubere Tiere, die in einer sehr ausgeprägten Gefühlswelt leben.

Im Grunde will ich mit dem Cover ausdrücken, dass es mir egal ist, wie jemand aussieht, welches Geschlecht er hat und wo er herkommt. Die Themen Gleichberechtigung und Freiheit spielen in meinen Texten eine große Rolle. Und da ich diesmal besonders offen mit meinen Gefühlen und Gedanken umgegangen bin, habe ich mich auch dementsprechend für das Coverfoto präsentiert.

MusikBlog: Neben Gleichberechtigung und Freiheit beschäftigst du dich auch intensiv mit dem Thema Sex. Ich weiß nicht, wann mir das letzte Mal jemand seine intimsten Gedanken so offen und unverschlüsselt auf dem Silbertablett serviert hat. War das eine große Hürde für dich?

Marika Hackman: Während des Schreibens hatte ich eigentlich keine großen Bedenken. Sicher, es sind schon sehr offene Zeilen, und mit manchen Texten habe ich meine Eltern fast in den Wahnsinn getrieben. (lacht) Aber eigentlich überschreite ich nicht wirklich Grenzen. Wenn Männer solche Texte schreiben, macht keiner den Mund auf.

Warum sollten sich Frauen vor ihren Gefühlen verstecken? Warum sollten Frauen die Dinge nicht beim Namen nennen? Wir leben in einer Zeit, in der es wichtiger denn je ist, dass man ehrlich, offen und ohne Furcht und Scham vor die Tür tritt. Und dabei sollte es völlig egal sein, ob man Mann oder Frau ist.

MusikBlog: Demnächst wirst du die neuen Songs auch live vorstellen. Vorfreude pur? Oder schlottern dir auch ein bisschen die Knie?

Marika Hackman: Wie gesagt, beim Schreiben und Aufnehmen der Songs hatte ich keine Probleme mit der Offenheit und Transparenz. Diese Inhalte dann aber mit anderen Menschen zu teilen, ist eine völlig neue Situation. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie ich damit umgehen werde. Ich bin definitiv gespannt. Wie schon gesagt, als ich meinen Eltern den Song „All Night“ vorspielte, waren die erstmal ziemlich geschockt. Das kannten sie nicht von mir.

Gut möglich, dass meine Eltern nicht die einzigen bleiben, die erstmal die Augen aufreißen werden. Ich denke aber, dass die Leute schnell merken werden, dass es mir nicht darum geht, mit plumpen Sexgeschichten aufzufallen. Vielmehr geht es mir darum zu zeigen, das Frauen auch über intime Gedanken und Gefühle schreiben und singen können. Das steht uns einfach zu. Und nur das ist mir wichtig.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.