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Punk und Soul, da lautet noch immer die ewig undergroundige, knüppel-harte Referenzband The Bellrays, mit ihrem nach wie vor vielleicht treffendsten Motto, das sich eine Band je gab: Blues is the teacher… Punk ist he preacher.

Die noch recht jungen Seratones jedenfalls tun mit ihrem zweiten Album „Power“ sehr gut daran, das Fahrwasser der Poinerarbeiter in Sachen ungewöhnlicher Genrevermengung zu verlassen und eigenständige, deutlich näher an Pop und Soul befindliche Wege zu gehen.

„Power“ ist gleichwohl ein wuchtiger und sehr gelungener Fingerzeig, dass das Vintage-Rock Genre lebt und wächst. Und dass der Soul-Regler deutlich stärker aufgedreht wird als beim Debüt ist keine Verweichlichung:

Das Quartett aus Louisiana ist im Kern und im ursprünglichen Wortsinn eine Rock- und keine Punk-Band.

Der lugt manches Mal noch durch, im Rhythmus von „Heart Attack“, im derben Bass-Groove von „Gotta Get To Know Ya“, aber das dominierende Klangmerkmal der Seratones war, ist und wird es stets bleiben, die fulminante Stimmleistung von AJ Haynes. Und diese Stimme ist Soul, Soul und nochmal Soul.

Neue softere Nummern wie „Lie To My Face“ und „Crossfire“ mögen noch nicht den Ohrwurm-Charakter haben wie die Groove-Kracher, aber die Richtung hört sich dennoch organisch, richtig und konsequent an.

Hier fühlen sich Hayes Stimmbänder und die Bassläufe und Gitarrenriffs doch deutlich wohler als in allzu rauen Gewässern. Damit nähern sich die Seratones einer geografisch benachbarten Band an, den Alabama Shakes – wahrlich kein schlechtes musikalisches Vorbild.

Die Power in „Power“ liegt jetzt weniger in den Instrumenten als vielmehr und richtigerweise in einer dafür prädestinierten Stimme.

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