Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Für diese Website registrieren

8 + zwölf =

Mit der Registrierung stimmst du den MusikBlog Nutzungsbedingungen zu.

Bitte gib deine E-Mail-Adresse hier ein. Du bekommst eine E-Mail zugesandt, mit deren Hilfe du ein neues Passwort erstellen kannst.

Entdecke neue Musik

Empfiehl deinen Freunden neue Alben oder Konzerte deiner Lieblingskünstler, erstelle deine persönlichen Album-Charts oder gewinne Konzertkarten und mehr bei unseren Gewinnspielen.

Ich wollte mehr Sonnenschein einbringen – Anna Ternheim im Interview

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.

Auf ihrem neuen Studioalbum „A Space For Lost Time“ präsentiert sich Anna Ternheim als Wandlerin zwischen den Welten. Mit einer warmen Mixtur aus liebreizendem Handmade-Pop und klassischen Singer-Songwriter-Sounds kreiert die schwedische Sängerin gleichermaßen Licht und Schatten. Wir trafen Anna Ternheim zum Interview und plauderten über poppige Sounds, die Suche nach Sonnenstrahlen und das Leben in New York.

MusikBlog: Anna, ein Albumtitel, der sich abseits der Trackliste präsentiert, fungiert meist als Deckel auf dem großen Ganzen. Ist das auch bei „A Space For Lost Time“ der Fall?

Anna Ternheim: Ja, das ist in der Tat so. Der Titel fiel mir ein, da war das Album schon so gut wie fertig. Ich war auf der Suche nach einer Zeile, die die Eingängigkeit der Songs des Albums unterstreicht. Und ich wollte auch eine Zeile, die all das zusammenfasst, was das Album textlich ausmacht.

MusikBlog: Du blickst oft zurück?

Anna Ternheim: Nun, ich beschäftige mich auf dem Album mit meinen Gefühlen und meinen Gedanken. Diese Emotionen spiegeln meist eine ganz bestimmte Phase in meinem Leben wider. Man macht seine Erfahrungen und trifft Entscheidungen. So funktioniert das Leben. Ich gehe in mich und versuche, Momente wieder zum Leben zu erwecken und hier und dort auch mal die Frage zu stellen: Was wäre wenn? Was wäre passiert, hätte man sich in einer bestimmten Situation anders entschieden? Ich schaffe quasi Raum für Vergangenes. Ich blicke zurück, versuche aber auch, eine Verbindung zum Hier und Jetzt herzustellen.

MusikBlog: Musikalisch klingt das Album im Vergleich zum Vorgänger „All The Way To Rio“ irgendwie aufgeräumter. Würdest du mir da zustimmen?

Anna Ternheim: Ich weiß nicht, ob „aufgeräumt“ das richtige Wort ist. (lacht) Ich denke aber, dass ich weiß, was du meinst. Und ja, ich empfinde das auch so. „All The Way To Rio“ ging in puncto Sound fast schon in Richtung Soundtrack. Diesmal wollte ich es klarer haben. Ich wollte mehr Struktur reinbringen. Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als ich mir das erste Mal Gedanken über den Albumsound gemacht habe. Damals dachte ich, dass ich hauptsächlich mit dem Piano und der Gitarre arbeiten werde.

Wenn es dann aber losgeht, dann entwickeln die Songs ein Eigenleben. Und plötzlich hat man Songs auf dem Tisch, die ein bisschen mehr verlangen. Da war auf einmal viel Pop im Raum, verstehst du? Naja, und dann kommt man den Dingen natürlich entgegen. Man muss die Lieder dann auch irgendwann ihren eigenen Weg gehen lassen. Das war zu Beginn nicht ganz so einfach für mich, weil mir ja ein etwas anderes Klangbild vorschwebte. Aber irgendwann hab ich gemerkt, dass das Ganze nur so in die richtige Richtung läuft.

MusikBlog: Du warst diesmal für das Album viel in Los Angeles unterwegs. Bist du zufrieden mit der Menge an West-Coast-Vibes, die es letztlich aufs Album geschafft haben?

Anna Ternheim: Um ehrlich zu sein: Ich hätte gerne noch viel mehr Sonnenschein mit eingebracht. Aber irgendwie hab ich es nicht so richtig hinbekommen. Ja, es gibt durchaus sonnige Momente auf dem Album. Aber das erinnert dann eher an die Sonne in Schweden, wenn du weißt, was ich meine. (lacht)

MusikBlog: Findest du es sehr schade, dass deine Herkunft immer wieder einen großen Platz innerhalb deines Sounds einnimmt?

Anna Ternheim: Das kommt immer darauf an, was ich gerade machen will. Wie gesagt, diesmal wollte ich mehr Sonnenschein mit einbringen. Das hat nicht ganz so gut geklappt. Aber das ist ok. Es mag ein Klischee sein, aber ich denke, dass da auch viel Wahrheit drin steckt. Wenn man aus dem hohen Norden kommt, dann lässt sich eine gewisse Atmosphäre um einen herum nicht abschütteln. Das war ganz am Anfang so. Und das ist auch heute noch so.

MusikBlog: Apropos Anfänge: Du warst zu Beginn deiner Karriere noch als Teil einer Band unterwegs. Warum hast du dich irgendwann für den Solopfad entschieden?

Anna Ternheim: Das kann ich dir gar nicht genau sagen. Das hat sich alles irgendwie so entwickelt. Irgendwann war es dann einfach so. Ich hatte das Piano und meine Gitarre. Und ich schrieb meine eigenen Songs. Das war eine Entwicklung, die auch einige Jahre andauerte. Mein erstes Soloalbum habe ich veröffentlicht, da ging ich noch zur Uni. Nebenbei habe ich noch gejobbt.

MusikBlog: Warst du damals schon so viel auf Reisen?

Anna Ternheim: Ich bin schon immer gerne unterwegs gewesen. Ich brauche Veränderungen. Das steckt irgendwie in mir drin.

MusikBlog: Du lebst in New York, in der Stadt, die niemals schläft. Segen oder Fluch?

Anna Ternheim: New York ist ein toller Ort für jemanden wie mich. Die Stadt inspiriert mich. Ich kann dort alle Fenster und Türen schließen und nur für mich sein, ohne Ablenkung. Ich kann aber auch raus vor die Tür und das komplette Chaos einer Multi-Millionen-Metropole in mich aufsaugen. Ich kann dir nicht sagen, ob ich ewig in New York bleiben werde. Wenn ich mich ins Auto setze, bin ich in einer Stunde in der freien Natur. Da werden dann natürlich Erinnerungen an meine Heimat geweckt. Aber im Hier und Jetzt bin ich glücklich in dieser Stadt.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.