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Thurston Moore – Spirit Counsel

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Thurston Moore muss der Welt schon lange nichts mehr beweisen. Das schafft Raum für Experimente, die Musiker ohne Legendenstatus nicht wagen können, wollen sie gehört werden.

Der Sonic-Youth-Gründer ist mit „Spirit Counsel“ bei seinem größten Experiment angekommen, das ob des Umfangs und der Songlänge mehr mit Prog-Alben zu tun hat, als sich ein „Daydream Nation“-Aficionado vor 30 Jahre je hätte vorstellen können. Empörung?

Drei Instrumentalstücke, verteilt auf drei CDs. „Alice Mocky Jayne“, das längste, dauert über eine Stunde und ehrt die weiblichen Partner von Jazzgrößen, die Moore maßgeblich beeinflussten: Alice Coltrane, Moki Cherry und Jayne Cortez.

Dass bei diesem Überbau keine Popmusik entsteht, ist selbsterklärend. Dass sie trotzdem nicht so sperrig ausfällt, wie der Jazz-Faktor vermuten ließe, liegt an den vielen Wiederholungen, die sich Moore für ein Thema leistet.

Becken machen den noisigen Anfang, nach drei Minuten ertönen die ersten vier Gitarrentöne, die sich genügsam wiederholen. Das erinnert an Pink Floyds „Shine On You Crazy Diamond“, nur die Intervalle stimmen nicht. Dann wieder jazz-infizierter Noise.

Nach 13 Minuten ein Schlagzeug-Beat. Es beginnt die Motorik und der Stoizismus des Kraut-Rock. Und Shoegaze? Auch das. Dafür ist mit My Bloody Valentine-Bassistin Debbie Googe schließlich die Expertise der ersten Stunde vertreten, wenn nach 30 Minuten Spielzeit verzerrte Saiteninstumente so viel Sustain aufbauen, dass keiner der Beteiligten den Off-Knopf mehr sehen kann.

Man hätte das Stück auch in sechs bis sieben unterteilen können, die in ihrem repetitiven Gestus alle geschlossen wären, weil die Abschnitte eher abrupt als fließend ineinander übergehen. Aber wenn schon nicht der Welt, so musste Moore wohl sich selbst etwas beweisen.

Das belegen auch das zirkulierende „8 Spring Street“, das mit seinen 28 Minuten fast zaghaft kurz ausfällt. Und das Orchesterwerk „Galaxies“ – ein Stück  aus 12 Gitarristen, die die Musik als ein Instrument spielen. Das klingt mal nach verstimmter Harfe, mal nach dissonantem Streichorchester im Fuzz-Modus.

Was Moore mit dem Boxset erreichen will ist uneindeutig. Spirituelle Avantgarde ist selten zielgerichtet. Wen er erreichen will, beantwortet aber der umfangreiche Fotoband, der dem Set beiliegt:

„Spirit Counsel“ wird fast überdeutlich als Werk für Sammler und Komplettisten aufgezogen und vermarktet. Wer einen ersten Zugang zu Moores Musik sucht, muss viel weiter vorne anfangen.

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