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Wenn der Amerikaner anruft, dann fliegen wir hin – Wanda im Interview

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Wanda hier, Wanda da, Wanda überall! Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Amore“ im Herbst 2014 huschen die fünf Breitwand-Popper von Wanda von einem Erfolg zum nächsten. Dieser Tage erscheint nun das lang ersehnte sechste Studioalbum („Ciao!„) der sympathischen Wiener. Im Zuge der Veröffentlichung des neuen Outputs trafen wir uns mit Sänger und Aushängeschild Michael Marco Fitzthum alias Marco Michael Wanda zum Interview und sprachen über Fische, Glücksgefühle und das kleine Einmaleins der persönlichen Weiterentwicklung.

MusikBlog: Marco, das neue Album „Ciao!“ klingt in meinen Ohren unheimlich homogen. Alles ist an seinem Platz, es gibt keine allzu großen Stimmungsschwankungen und man das Gefühl, als wäre euch die Arbeit ziemlich leicht von der Hand gegangen. War dem so?

Marco Fitzthum: Das war in der Tat so. Wir hatten eine sehr entspannte Zeit während der Aufnahmen. Das ging alles ziemlich schnell. Bei uns ist es generell so, dass wir uns nur ganz selten mit schwierigen Prozessen aufhalten. Wenn ein Song nicht gleich funktioniert, dann landet er auf dem Müll. Wir tüfteln dann nicht ewig rum. Und diesmal hatten wir viele Songs am Start, die sofort zündeten. Das erleichtert die Arbeit natürlich.

MusikBlog: Ihr habt eure Aufnahmezelte diesmal irgendwo im Nirgendwo aufgeschlagen, richtig?

Marco Fitzthum: Ja, das stimmt. Wir haben uns an der tschechischen Grenze niedergelassen und eine kleine Hütte in ein feines Studio umgewandelt. Das war super und eine tolle Zeit, wie ich finde. Wir wurden nicht gestört, unser Schlagzeugtechniker hat einen Hecht gefangen und wir haben zwischendurch viel Fußball gespielt.

MusikBlog: Och, das klingt ja extrem entspannt.

Marco Fitzthum: Das war es auch. Wir sind eine Band, die jeglichen Stress versucht zu vermeiden. Ich sehe das auch immer wieder bei mir selbst. Ich habe diesmal ganze zwei Wochen gebraucht, dann waren alle Songfundamente gelegt. Ich fühle mich dann gut. Und das ist mir wichtig. Nur so kommt am Ende dann auch ein gutes Ergebnis zustande.

MusikBlog: Was passiert mit dir, wenn sich das Songwriting ungewohnt in die Länge zieht?

Marco Fitzthum: Dann bekomme ich die Krise. Ich beziehe mein ganzes Lebensglück aus dieser Selbstbelohnung. Wenn ich mal innerhalb eines Monats keinen guten Song schreibe, dann bin ich nicht zu gebrauchen. Das ist ein unerträglicher Zustand.

MusikBlog: Erinnerst du dich an deine letzte Schreibblockade?

Marco Fitzthum: Eine richtige Schreibblockade hatte ich zum Glück noch nie. Aber es gibt immer mal Momente, in denen man sich und sein Tun hinterfragt, weil man längere Zeit vor einem leeren Blatt Papier hockt. Man fragt sich dann: Bin ich noch in der Lage, etwas zu erzählen? Ist da noch mehr in mir, dass mich und die Leute da draußen interessieren könnte? Und wenn dann nichts passiert, dann muss man wieder etwas erleben. Man muss wieder raus in die Welt und Erfahrungen sammeln. Sonst setzt sich da was fest, was irgendwann vielleicht nicht mehr gelöst werden kann.

MusikBlog: In puncto „Erfahrungen sammeln und neue Dinge erleben“ legt ihr ja jedes Jahr noch eine Schippe drauf. Hat man bei diesem Tempo auch mal irgendwann die Zeit, das Erlebte in irgendeiner Art und Weise zu verarbeiten?

Marco Fitzthum: Mittlerweile ist es schon so, dass man sich das große Ganze immer mal wieder vor Augen führt, viel darüber nachdenkt und dann natürlich auch reflektiert. Und dabei merkt man, dass man sich mit der Zeit auch ein bisschen verändert hat. Als wir damals anfingen, und alles über uns hereinbrach, da strotzte ich nur so vor Selbstbewusstsein.

Da ging ich raus vor die Tür und sagte der Welt: „Natürlich sind wir mit unserem Album ganz oben. Das ist doch selbstverständlich!“ Mittlerweile bin ich viel demütiger. Ich freue mich über jedes ausverkaufte Konzert und bin unheimlich dankbar für alles. Das ist schon komisch, denn eigentlich müsste man nach jeder weiteren Hürde, die man überspringt, noch selbstbewusster werden, oder? Aber ich bin froh, dass es jetzt so ist. Dadurch verstärken sich die Eindrücke auch nochmal. Man erlebt alles viel intensiver.

MusikBlog: Hast du diese persönliche Veränderung irgendwann mal nachhaltiger hinterfragt?

Marco Fitzthum: Meine Mutter ist Therapeutin. Und ich habe sie mal gefragt: „Sag mal, wie ist das so mit dem Leben?“ Und sie sagte mir dann: „Ja, was glaubst du? Man wird immer unsicherer. Es wird immer schwieriger. Genau so ist das Leben.“ (lacht)

MusikBlog: Gab es Momente während deiner selbstbewussten Phase, in der du Gefahr liefst, komplett durchzudrehen?

Marco Fitzthum: Die gab es auf jeden Fall. So zwischen 2015 und 2016 wurde der Hype um die Band immer mehr zu meiner ganz persönlichen Lebensrealität. Das habe ich zwar genossen, aber ich war auch froh, dass wir fünf in der Band sind, uns alle sehr gut kennen und mich die Jungs in dieser Phase immer wieder sehr gut aufgefangen haben. Eigentlich haben wir uns alle gegenseitig gerettet. Das ist das Schöne an einer Band, in der wirklich jeder für den anderen einsteht.

MusikBlog: Im deutschsprachigen Raum habt hier in den vergangenen Jahren alles erreicht. Geht es jetzt darum, diesen Weg konsequent weiter zu gehen und den Erfolg hierzulande so lange wie möglich zu genießen? Oder gibt es andere Pläne?

Marco Fitzthum: Ich weiß nicht. Ich denke, dass wir die Band damals gegründet haben, weil wir den Leuten hier Musik und Texte präsentieren wollten, in denen sie sich irgendwie wiederfinden. Ich hatte in meiner Jugend keine Band, in der ich mich textlich irgendwie wiedergefunden habe. Das hat mir total gefehlt. Wenn ich jetzt mitbekomme, dass es Menschen in bestimmten Situationen ein bisschen besser geht, weil sie unsere Musik hören, dann ist das schon ein erfüllendes Gefühl. Auf der anderen Seite sind wir grundsätzlich natürlich auch offen für Neues. Sollte beispielsweise der Amerikaner anrufen, dann fliegen wir natürlich auch mal dahin. Aber es muss nicht sein. (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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