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Cigarettes After Sex (Credit Ebru Yildiz)

Cigarettes After Sex – Cry

Cigarettes After Sex sind – immer noch Cigarettes After Sex. Wer sich nach dem gefeierten Debüt „Cigarettes After Sex“ vom Nachfolger „Cry“ etwas anderes erwartet hat, wird enttäuscht.

Aber das haben wohl eh die wenigsten. Auf „Cry“ macht die Band aus den Staaten nämlich genau da weiter, wo sie aufgehört hat. Filmische und kompromisslos melancholische Stücke für die regnerischen Tage, an denen die Sonne nicht aufgeht.

Die androgyne Stimme Greg Gonzales‘ dringt auch auf „Cry“ nur subtil aus einer nebelhaften Klangkulisse. Kein Wunder, dass die Band aus New York bei Live-Auftritten die Nebelmaschine anschmeißt, um dem eigenen Sound die passende Umgebung zu spendieren.

„Kiss It Off Me“ fordert das, was wir von Cigarettes After Sex mittlerweile kennen. Der heartbreak wird zum Lebensentwurf. Das gebrochene Herz eben zur unumgehbaren Vision der Zukunft.

Die trägen und kaum jemals aufgebrachten Spuren begleiten die Texte. Und es ist im Gegensatz zu der Musik vieler Band wirklich eine Begleitung.

Zu keinem Zeitpunkt tobt ein Konkurrenzkampf um die Position im Scheinwerferlicht. Weil keines scheint. Wenn wir den Sänger sehen, dann nur, weil es uns irritieren würde, das Gesicht, das wir uns hinter der Stimme vorstellen, nicht zu sehen.

„Cry“, „Falling In Love“ und „You’re The Only Good Thing In My Life” markieren ein Triumvirat der absolut romantischen und gleichzeitig dämmer-düstrigen Stimmung, Die Cigarettes After Sex zur gleichzeitig prätenziösesten und authentischsten Liebeskummer-Band der letzten Jahre machen.

Unausweichlich findet man sich wieder in der wertherschen Schwarzmalerei, die auf dem zweiten Album der Band sogar noch ein wenig persönlicher wird.

Wo das Debüt noch mit Stücken wie „Apocalypse“ jedenfalls vorgab, von größerem zu singen als dem eigenen Leid als Dauerzustand, ist „Cry“ eine einzige, große Deutung der Metapher, die das erste Album eröffnete.

Die Apokalypse ist immer noch da, die Musik reißt immer noch das Herz und den Geist auf. Und – was am allerwichtigsten ist – die Live-Shows sind jetzt sicher doppelt so lang.

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