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Das stärkt die Gemeinschaft – Mando Diao im Interview

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Fans der ersten Stunde reiben sich genüsslich die Hände. Der Grund: Nach Jahren des Experimentierens kehren Mando Diao mit ihrem neuen Studioalbum „Bang“ endlich wieder zu ihren musikalischen Wurzeln zurück. Statt wabernder Synthieklänge schälen sich dieser Tage wieder röhrende Gitarren und rumpelnde Drums aus den Boxen. Im Zuge der Promo für das neue Schaffen trafen wir uns mit Bassist Carl-Johan „CJ“ Fogelklou zum Interview und plauderten über quicklebendige „Dinosaurier“, die Angst vor dem großen Knall und den glorreichen Herbst 2002.

MusikBlog: CJ, mit eurem neuen Album „Bang“ kehrt ihr wieder zu euren rockigeren Wurzeln zurück. Warum war die Zeit reif für einen musikalischen Schritt zurück?

Carl-Johan Fogelklou: Das lässt sich nicht genau an einem bestimmten Moment oder an einer bestimmten Stimmung festmachen. Es ist irgendwie einfach so passiert. Wir haben in den vergangenen Jahren viel ausprobiert. Und das war auch völlig in Ordnung so. Jetzt war es aber mal wieder an der Zeit, die Gitarren in die Hand zu nehmen.

MusikBlog: Rockmusik soll aber doch tot sein, heißt es aus vielen Kreisen.

Carl-Johan Fogelklou: Das ist Quatsch. Dieses Gerücht, dass Rockmusik tot sei, geht ja nun schon ewig ‚rum. Das ist aber nicht der Fall. Das war früher nicht so. Und das ist auch heute nicht so.

MusikBlog: Ihr habt also nicht das Gefühl, auf einer Rettungsmission zu sein?

Carl-Johan Fogelklou: Nein, natürlich nicht. Wie schon gesagt, Rockmusik muss nicht gerettet werden. Für uns hat es diesmal einfach so am besten funktioniert. Wir fühlen uns wieder wie eine richtige Band. Es gibt einen großen Zusammenhalt. Jeder ist irgendwie in alles involviert. Das stärkt die Gemeinschaft und spiegelt sich auch in der Musik wider. Da ist wieder ganz viel Energie vorhanden.

MusikBlog: Neben der rockigen und bluesigen Note gibt es auch ganz viel Tanzbares auf dem Album zu entdecken. Woher kommen diese Vibes?

Carl-Johan Fogelklou: Die stecken in uns drin. Das war schon immer so. Wenn man genau hinhört, findet man auf all unseren Platten diese Grundessenz aus tanzbaren Rhythmen und nachhaltigen Melodien. Diesmal haben wir versucht, diese Transformation noch intensiver mit einzubinden. Sicher, wir kommen alle aus der Rockszene. Aber in uns steckt auch viel Pop. Ich meine, wenn man irgendwo im Club ist und stundenlang zu einer fetten Bassdrum tanzt: Das ist schon ein tolles Gefühl. Genau dieses Gefühl transportieren wir in den Proberaum. So entsteht ein abgefahrener Hybrid aus Pop und Rock.

MusikBlog: Ihr bezieht diesmal inhaltlich klar Stellung. Neben Songs, bei denen es ums Feiern und die große Freiheit geht, habt ihr Tracks am Start, in denen ihr euch mit inneren Dämonenkämpfen und gesellschaftlichen Missständen beschäftigt. Kommt man an solchen Themen heutzutage einfach nicht mehr vorbei?

Carl-Johan Fogelklou: Wir schreiben einfach über Dinge, die uns bewegen, und mit denen wir uns tagtäglich auseinandersetzen. Da gehören natürlich auch nicht so schöne Themen dazu.

MusikBlog: Der letzte Song „Society“ gleicht einem Kommentar zum aktuellen Zustand der Welt. Was bereitet dir persönlich die größten Sorgen?

Carl-Johan Fogelklou: Bei uns in Schweden oder auch bei euch in Deutschland ist es sicherlich noch nicht ganz so schlimm. Aber in anderen Ländern übernehmen immer mehr extreme Leute die Macht. Das macht mir wirklich Angst. Die Menschen sollten sich vor Augen führen, dass der zweite Weltkrieg noch nicht lange her ist. Ich verstehe das wirklich nicht. Aber es ist leider so. Und das bereitet mir große Sorgen.

MusikBlog: Was sollte man deiner Meinung nach tun, damit sich die Geschichte nicht wiederholt?

Carl-Johan Fogelklou: Wie schon gesagt, die Menschen sollten sich erinnern. Aber ich weiß nicht, ob das reichen wird. Vielleicht müssen auch erst richtig schlimme Dinge passieren, damit sich etwas verändert. Das ist meine große Angst.

MusikBlog: Wie baue ich jetzt eine Brücke zurück zur Musik? Ah, ich hab’s. Apropos Erinnerungen: Du bist als Gründungsmitglied nun schon seit zwanzig Jahren mit Mando Diao unterwegs. Wann war in deinen Augen klar, dass es mit dieser Band richtig gut nach vorne gehen wird?

Carl-Johan Fogelklou: Das war im Herbst 2002. Ich kann mich noch sehr gut an diese Zeit erinnern. Für mich ging es nach jedem Sommer entweder zurück zur Schule, oder aber ich habe irgendwo wieder angefangen zu arbeiten. Das lief immer so. Nach dem Sommer 2002 war es zum ersten Mal so, dass ich keine Schul- oder Arbeitstermine vor mir hatte.

Es ging nur noch um Mando Diao. Sprich: Es ging darum, neue Songs aufzunehmen und auf Tour zu gehen. Das war die Zeit, in der ich merkte, dass mein Leben in eine neue Richtung geht. Damals haben wir von unserem Management jeden Monat 700 Euro bekommen. Das war für uns richtig viel Geld. (lacht)

MusikBlog: Du und Björn, ihr beiden seit die einzigen noch verbliebenen Gründungsmitglieder. Was macht Björn zu einem besonderen Menschen für dich?

Carl-Johan Fogelklou: Björn ist immer da. Das ist es, was ihn ausmacht. Er kümmert sich jede freie Minute am Tag um das Wohl seiner Mitmenschen. Er will, dass wir immer eine gute Zeit haben. Dieser Spirit macht ihn wirklich außergewöhnlich.

MusikBlog: Hattet ihr denn während der letzten 20 Jahre immer eine gute Zeit?

Carl-Johan Fogelklou: Natürlich scheint nicht jeden Tag die Sonne. 20 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Als Gustav (Gustav Norén, Sänger/Gitarrist) die Band verließ, war es nicht einfach für uns. Auch ich habe mir während dieser Zeit Gedanken über die Zukunft gemacht. Aber mittlerweile ist wieder alles intakt. Die Band ist wieder stark und der Zusammenhalt ist groß. Es macht uns allen gerade sehr viel Spaß. Ich denke, das hört man auch auf dem neuen Album.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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