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Wilco – Ode To Joy

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Depression und Arbeitsoutput sind nicht zwangsläufig kohärent. Jeff Tweedy fällt, wie viele Künstler, aus der Reihe und findet neben der Arbeit an seiner Autobiografie auch genug Zeit für das elfte Studioalbum seiner Band Wilco.

Jetzt erscheinen Buch „Let’s Go (So We Can Come Back)“ und Platte „Ode To Joy“ zeitgleich. Beides ist in gewisser Weise eine Läuterung für die Freude. Während „Road To Joy“ vor über einem Jahrzehnt ein meisterlicher Song auf einem Meisterwerk von Album war, dessen Level die Bright Eyes nie wieder erreichten, sind Wilco noch nie richtig dran gewesen an einem solchen Wurf.

Sie gefallen sich seit Jahren in der Rolle einer Indie-Band, die aus zweiter Reihe mit viel Ironie in die Belle-Etage grüßt. Völlig unbeeindruckt davon, ob irgendwer zurückwinkt.

„Ode To Joy“ ist im Titel hochironisch. Die Songs schleppen sich in Demut über die Zeit. „One And A Half Stars“ melancholisiert dann sogar die zittrige Poesie von Conor Oberst, als der das Wunderkind der Stunde war.

Eventuell ist der beißende Widerspruch aber auch der einzige Weg, mit dem Schicksal klarzukommen. Tweedys Frau leidet an Krebs, er unter chronischer Migräne, Drogenproblemen und Depressionen. „I have family out there“, singt er in „An Empty Corner“, beinahe entschuldigend.

Nur, um sich dann wieder dem Motto hinzugeben: ‚Lieber gebückt nach dem Glück suchen, als gar nicht zu suchen.‘ Und zwischen den Zeilen wird der schwermütige Indie-Folk dann plötzlich im Kleinen so erbaulich, dass er die Ironie zerstäubt.

„White Wooden Cross“ ist Beispiel für die Spezialitäten der Eels, wenn das Leben wieder zu hart zupackt, „We Were Lucky“ für die von Nick Cave.

In dieser Diskrepanz macht sich Tweedy frei von Erwartungshaltungen, ob nun aus pragmatischen, depressiven oder doch ironischen Gründen, das bleibt unklar: Auf die Frage, wie viele Wilco-Alben der Mensch braucht, antwortet er mit „keines“.

Klar ist, wenn Tweedy im ¾-Takt zu Hammering-Gitarren „Right Now Love Is Everywhere“ tuschelt, wird sie fast greifbar, die Liebe. Die Ode an die Freude – als Summe aller kleinen und mittleren Freuden.

Und dafür braucht es keine Wilco-Alben nur alle Wilco-Songs und einen mit Tweedys Biografie.

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