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Das macht mir große Sorgen – DJ Shadow im Interview

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Joshua Paul Davis alias DJ Shadow gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Künstler in den Bereichen Electronica, Rap und Hip-Hop. Für sein neuestes Studioschaffen hat sich der amerikanische Beat-Maestro ein ganz besonderes Thema zur Brust genommen: den aktuellen Zustand der Welt. Im Zuge der Promo für das erste Doppelalbum seiner Karriere („Our Pathetic Age„) trafen wir DJ Shadow zum Interview und sprachen über strukturierte Arbeit, spannende Kollabos und ein kleines Licht am Ende des Tunnels.

MusikBlog: Josh, du hast in deiner Karriere schon so ziemlich alles veröffentlicht: Alben, Singles, Compilations, Soundtracks. Jetzt kommst du erstmals mit einem Doppelalbum um die Ecke. Wann ist die Idee dafür gereift?

DJ Shadow: Ich habe schon längere Zeit darüber nachgedacht. Ich war auch stets im Austausch mit Leuten aus meinem innersten Zirkel, ob und wann ein Doppelalbum Sinn machen würde. Noch vor einem halben Jahr war noch nicht klar, in welche Richtung es mit dem Album gehen würde. Dann griff aber plötzlich ein Rädchen ins andere. Kollaborationen klappten, die lange Zeit auf der Kippe standen. Und plötzlich war es dann einfach so weit.

MusikBlog: Würdest du „Our Pathetic Age“ als dein bis dato ambitioniertestes Werk bezeichnen?

DJ Shadow: Jedes meiner Projekte verdient meine volle Aufmerksamkeit. Und in dem Moment, in dem ich mich einer Sache widme, ist alles andere unwichtig für mich. Es war sicherlich eine große Herausforderung. Aber es war nicht schwerer oder komplizierter als sonst.

MusikBlog: Das kann man bei den vielen Kollaborationen und der Vielfalt der Sounds eigentlich kaum glauben.

DJ Shadow: Natürlich war es eine Hürde. Ich meine, allein all die vielen MCs mit ins Boot zu holen, war keine einfache Sache. Aber ich habe mich nie verrückt machen lassen. Ich bin ein Typ, der sich nur schwer aus der Ruhe bringen lässt. Wenn ich ein Projekt vor Augen habe, dann bin ich im Tunnel. Dann lenkt mich nichts ab. Dieser Fokus gibt mir Kraft und Energie. Und so war es auch diesmal. Ich habe genauso systematisch gearbeitet wie sonst auch. Ich habe keine Überstunden gemacht. Und ich habe auch keine unnützen Pausen eingelegt. Es war wie immer. Genau diese Strukturen brauche ich, um erfolgreich arbeiten zu können.

MusikBlog: Nas, Ghostface Killah, De La Soul: Du hast diesmal wieder mit richtig schweren Branchen-Kalibern gearbeitet.  Was ist für dich das Faszinierende an Kollaborationen?

DJ Shadow: Mich reizt der ständige Austausch. Man lernt immer wieder dazu. Die Leute sind zwar alle im gleichen Business unterwegs. Aber jeder ist anders drauf. Jeder hat eine eigene Geschichte und eine eigene Persönlichkeit. Das macht es immer wieder aufs Neue spannend für mich.

MusikBlog: Gab es Kollaborationen, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

DJ Shadow: Die Zusammenarbeit mit De La Soul war natürlich super. Aber auch die anderen Künstler waren fantastisch. Jeder hat etwas Eigenständiges mit eingebracht. Bei der einen Zusammenarbeit ging es ganz schnell. Andere Kollabos brauchten etwas mehr Zeit. Das Tolle ist, dass am Ende wirklich jeder Song an eine ganz spezielle Zusammenarbeit erinnert. Und genau das war mir wichtig. Ich wollte keine Filler, sondern ausschließlich echte Geschichten und echte Songs mit Attitüde und Botschaft.

MusikBlog: Inhaltlich beschäftigst du dich mit dem aktuellen Weltzustand. Keine einfache Zeit, oder?

DJ Shadow: Es herrscht großes Chaos, keine Frage. Ich bin in der privilegierten Lage, viele Menschen zu erreichen. Diese Möglichkeiten will ich einfach nutzen.

MusikBlog: Was bereitet dir die meisten Sorgen?

DJ Shadow: Ich muss gar nicht so weit aus dem Fenster schauen. Nimm beispielsweise den Song „Firestorm“. Da geht es um die vielen Brände hier direkt vor meiner Haustür. Dieses ganze Klimawandel-Ding bringt das Gleichgewicht nicht nur irgendwo in weiter Ferne durcheinander. Hinzu kommen gesellschaftliche Missstände, die überall totgeschwiegen werden. Die Menschen leiden. Sie leiden überall. Und das macht mir große Sorgen.

MusikBlog: Was müsste deiner Meinung nach passieren, damit das kleine Licht am Ende des Tunnels erreichbar bleibt?

DJ Shadow: Wir sollten uns schleunigst darüber klar werden, dass wir die Probleme in der Welt nur gemeinsam bewältigen können. Es gibt einfach zu viele Grenzen. Und ich rede jetzt nicht nur von offensichtlichen Mauern. Es geht nicht darum, dass sich Leute auf der einen Seite mit den Problemen der Leute auf der anderen Seite beschäftigen. Die Probleme, die wir gerade haben, können wir nur als Gemeinschaft angehen. Die Umweltzerstörung, die Kriege, all das Leid auf dieser Erde: Das alles wird nur dann ein Ende haben, wenn wir als Menschheit agieren. Solange wir das nicht erkennen, wird es schwer. Sehr schwer.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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