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Wir haben turbulente Zeiten hinter uns – Pinegrove im Interview

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Ein erster Achtungserfolg („Meridian“), der große Durchbruch („Cardinal“), Chaos hinter den Kulissen und ein zarter Versuch sich wieder zurück ins Rampenlicht zu katapultieren („Skylight“): Die amerikanischen Indie-Rocker von Pinegrove haben vor der Fertigstellung ihres neuen Albums „Marigold“ bereits viele Höhen und Tiefen durchlebt. Mit ihrem neuesten Studiostreich setzt das Kollektiv aus New Jersey nun ein weiteres bandeigenes Ausrufezeichen. Wir trafen uns mit Sänger Evan Stephens Hall zum Interview und sprachen über vertrackte Verbindungen, alte Gemäuer und die nicht enden wollende Suche nach Antworten.

MusikBlog: Evan, der Titel eures zweiten Albums („Cardinal“) bezog sich auf einen Vogel, der dir seinerzeit des Öfteren in deinem Garten begegnete. Euer neues Album rückt nun die Ringelblume („Marigold“) ins Rampenlicht. Gibt es da eine Verbindung?

Evan Stephens Hall: Die gibt es in der Tat. Wer uns kennt, der weiß, dass wir gerne detailliert arbeiten. Uns sind Zusammenhänge sehr wichtig, auch wenn sie mitunter nur oberflächlich sind. Jedes Album und jeder Song haben schließlich ihre eigene Geschichte. Aber irgendwie ist auch alles miteinander verbunden.

MusikBlog: Inwiefern verbunden?

Evan Stephens Hall: Nun, „Cardinal“ symbolisiert die Farbe Rot. „Skylight“ präsentiert die Farbe Blau. Und „Marigold“ strahlt in hellem Gelb. Und da ist da auch noch der Vogel, von dem du sprachst, der mich damals oft „besuchte“ und mir das Gefühl gab, als würde mir die pure Kreativität begegnen. „Marigold“ symbolisiert jetzt eine andere Art der Kunst. Es geht um die Blume, die sich je nach Jahreszeit von einer ganz bestimmten Seite präsentiert. Es geht um Facettenreichtum. Und es geht auch um die verschiedensten Emotionen. Das bringt uns dann direkt zur Musik.

MusikBlog: In meinen Ohren gibt es auf dem neuen Album ständig Neues zu entdecken. War das so geplant?

Evan Stephens Hall: Ja, so etwas haben wir uns natürlich erhofft. Ich meine, zuerst hört man die Melodien und die Rhythmen. Wenn dann aber nach dem dritten oder vierten Durchlauf immer noch neue Dinge hängenbleiben, dann ist das großartig und genau das, was man als Künstler will.

MusikBlog: Was war dir inhaltlich wichtig?

Evan Stephens Hall: Wir haben ziemlich turbulente Zeiten hinter uns. Als Band haben wir viel durchgemacht. Ich denke, dass es mir diesmal das Thema Geduld sehr am Herzen lag. Es gibt einige Songs auf dem Album, die sich sehr intensiv mit dieser Thematik beschäftigen.

MusikBlog: Wir leben in unheimlich schnelllebigen und unruhigen Zeiten. Geht es in puncto Geduld auch über den eigenen Tellerrand hinaus?

Evan Stephens Hall: Auf jeden Fall. Es geht nicht nur um mich oder um die Leute, mit denen ich jeden Tag zu tun habe. Es geht auch um die Allgemeinheit.

MusikBlog: Ihr habt abermals in dem Haus aufgenommen, in dem du zusammen mit deinem Band-Partner Nick Levine wohnst und arbeitest. Was ist das Besondere an diesem Ort?

Evan Stephens Hall: Nun, alle unsere Alben haben einen Homerecording-Background. Das ist so eine Art festgefahrenes Ritual bei uns in der Band. Man ist einfach unabhängiger. Und man kann wesentlich spontaner arbeiten. In dem Haus, in dem wir die letzten beiden Alben aufgenommen haben herrscht eine besondere Atmosphäre. Wir haben keine Nachbarn. Es gibt also keine störenden Einflüsse von außen. Diese Ruhe überträgt sich auch auf das Innere des Hauses. Wir haben lediglich 600 Kühe da draußen, die ein paar hundert Meter weiter weg ihr Dasein fristen. Die stören uns aber nicht. Das Haus ist auch unheimlich alt. Gebaut wurde es, glaube ich, im Jahr 1731. Das ist schon ziemlich lange her. Und man spürt das auch irgendwie. Wenn die Wände reden könnten… Ich glaube, dann würden wir Wochen lang nur dasitzen und lauschen. (lacht)

MusikBlog: Wie tickst du als Songwriter in diesem alten Haus?

Evan Stephens Hall: Ich sauge alles in mich auf. Ich nehme die Atmosphäre wahr und versuche mir vorzustellen, welche Geschichten mir das Haus erzählen würde, wenn es reden könnte. Und wenn ich dann im Prozess drin bin, dann stelle ich viele Fragen. Das Songwriting hilft mir dabei, Antworten zu finden. Ich meine, das ganze Leben ist voll von Fragen.

MusikBlog: Vor einiger Zeit hat man dir ganz viele Fragen gestellt. Es ging dabei um den Vorwurf der sexuellen Nötigung. Du hast dich bereits im vergangenen Jahr ausführlich dazu geäußert, und dabei auch deine Schuld eingestanden. Ich will nicht nochmal alles aufrollen. Mich würde nur interessieren: Was hat diese Erfahrung aus dir gemacht? Was hat sich verändert?

Evan Stephens Hall: Es hat sich seit dem unheimlich viel verändert. Ich weiß, dass ich mich falsch verhalten habe. Und ich bin froh, wenn ich darüber reden kann. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass ich gar nicht genau weiß, was ich sagen soll. Ich bin jetzt definitiv ein anderer Mensch. Man muss einfach aufpassen, dass man Menschen nicht verletzt. Das habe ich gelernt.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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