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Asgeir – Bury The Moon

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Nachdem man nach den Live-Shows des vergangenen Jahres ein bisschen Angst davor hatte, welcher elektronische Super-Roboter mit Stroboskop-Blick die Kontolle auf dem neuen Album des eigentlich introvertierten Isländers Ásgeir übernommen hat, setzt mit den schweren Klavierklängen und der zurückhalten Akustik-Gitarre des Openers von „Bury The Moon“ sogleich die Beruhigung ein.

Denn Ásgeir wandelt immer noch als folkiger Barde an den einsamsten Orten dieser Welt und leistet damit all denen Gesellschaft, die eigentlich keine suchen.

Und wie könnte es bei diesem schüchternen Singer/Songwriter, der unaufgeregte Songs aus dem Ärmel schüttelt, die auf leisen Sohlen durch die Weiten des Landes wandeln, anders beginnen als mit einem gebrochenen Herz und der selbstgewählten Isolationshaft.

Nur mit Gitarre, Keyboard und einem Aufnahmegerät als Weggefährten begab er sich in ein isländisches Sommerhäuschen, um seine Gedanken von innen nach außen zu kehren, in 11 Songs zu gießen und damit dem ultimativen Klischee des leidenden Musikers gerecht zu werden.

Aber es hat sich gelohnt. Die Simplizität ihrer ersten Entstehungsform hört man den Songs auf „Bury The Moon“ an. Oft entwickeln sie sich organisch vom unscheinbaren Mauerblümchen zum aufpolierten Hochzeitssrauss. „Overlay“ macht seinem Namen alle Ehre.

Was mit einer zurückhaltende Akustik-Gitarre beginnt, schraubt sich mit Ásgeirs Kopfstimme, unauffälligen Beats, Bläsern und Streichern hoch zu einer warmen Indie-Rock-Hymne, bei der sich nicht nur zahlreiche Backings scheinbar chaotisch überlagern und gerade dadurch in voller Schönheit aufblühen.

Songtitel wie „Rattled Snow“ oder „Living Water“ demonstrieren nicht nur mit ihrem Namen, was die isländsiche Landschaft für eine große Rolle in Ásgeirs Musik spielt.

Die Streicher-Kakophonie, die sich mit einem klinischen Beat paart, lädt in Kombination mit Ásgeirs Stimme in ungewöhnlicher Tieflage zu einem düsteren Tanz auf Eisflächen ein und lässt die klirrende Kälte vom Gehörgang direkt in die Knochen eindringen.

„Living Water“ hingegen fließt mit seinen perfekten Melodiebögen so selbstverständlich und leicht vor sich hin, so dass man nichts weiter tun muss, als sich treiben lassen.

Lediglich die letzten beiden Songs fallen mit ihrem stärkeren Fokus auf die elektronischen Elemente etwas aus dem Rahmen, wobei „Until Daybreack“ ein durchaus gelungenes Experiment dafür ist, dass Auto-Tune mehr kann, als nur nerven.

Ásgeir ist mit „Bury The Moon“ ein vielschichtiges Album gelungen, das seine Stärke darin findet, Grenzen auszuloten, ohne sie zu überschreiten.

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