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Dan Deacon (Credit Frank Hamilton)

Dan Deacon – Mystic Familiar

Dan Deacon würde man wohl nicht nur als Musiker, sondern auch durch und durch als Künstler bezeichnen. Dieser Eindruck zieht sich auch durch sein fünftes Solo-Studioalbum „Mystic Familiar“.

Auch in der Musik finden sich bekanntlich Unterschiede zwischen zugänglichen bis massentauglichen Songs und gehobeneren Stücken, die nicht unbedingt für leichte Berieselung geeignet sind.

Avantgardistische und psychedelische Strömungen oder Künstler, die stark gegensätzliche Genre-Vermischungen wagen, haben dennoch häufig einen hohen Bekanntheitsgrad und dementsprechend auch eine Hörerschaft, die sich nur allzu gerne durch Soundschichten wühlt.

Doch Zuhörer abseits jener Musikfans, die gerne auf jede Schicht und jeden Ton hören, könnten Dan Deacons Stücke vorschnell mit „Das ist alles nur Krach!“ abwerten. Und so einfach könnte man ihnen dabei nicht einmal widersprechen.

Die Kunst und die Schönheit von Deacons Kompositionen liegt oftmals hinter den Soundgerüsten, die er im Mittelteil von „Mystic Familiar“ großzügig aufbauscht („Arp I: Wid Eyed“) oder scheinbar einer völlig wilden Eskalation aussetzt, wie im hektischen „Arp II: Float away“.

Doch hier lohnt es sich, genauer hinzuhören und sich nicht nur von den elektronischen Tönen, sondern auch von Deacons Gesang mitreißen zu lassen:

Der Elektro-Künstler setzt hier auf langgezogene, sentimentale Töne, dessen Lyrics wortwörtlich zum Dahintreiben einladen. Sich darauf einzulassen, könnte auch schon eine Kunst für sich sein.

Auch in „Fell Into The Ocean“ erschafft Deacon eine musikalische und lyrische Traumwelt, während männlicher und weiblicher Gesang abwechselnd erklingen und sanfte Synthie-Töne durch den Hintergrund schillern.

Deacon gibt seinen Werken so viel Platz, wie sie eben brauchen: Von weniger als zwei bis zu mehr als sieben Minuten Songlänge ist auf „Mystic Familiar“ alles vertreten.

Das Schlusslicht „Bumble Bee Crown King“ entwickelt sich trotz letzterer Länge aber nicht zaghaft: Die Sound-Strömungen treiben zügig eine nachvollziehbare Richtung und werden hier nicht durch Gesang, sondern nur durch sanfte Stimm-Verzerrungen ergänzt.

Und das ist sogar in diesem Sound-Potpourri eine angenehme Überraschung.

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