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Ich habe meine eigenen Bilder im Hinterkopf – Greg Dulli im Interview

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Drei Jahre nach dem zweiten Reunion-Paukenschlag („In Spades„) seiner Haus- und Hof-Band präsentiert sich The Afghan Whigs-Aushängeschild Greg Dulli erstmals unter eigenem Namen im Solo-Modus („Random Desire„). Wir trafen die Sub-Pop-Ikone zum Interview und sprachen über unbändigen Arbeitseifer, beeindruckende Soundpotpourris und Dave Rosser.

MusikBlog: Greg, du bist nun schon seit über 30 Jahren im Musikgeschäft unterwegs. Warum ist gerade jetzt die perfekte Zeit für dein erstes Solo-Album unter eigenem Namen?

Greg Dulli: Ob es die perfekte Zeit für dieses Album ist, weiß ich gar nicht so genau. (lacht) Es war einfach so weit, es fühlte sich gut an und es passte irgendwie alles zusammen. Wenn ich was gelernt habe in den vergangenen drei Jahrzehnten, dann, dass man sich auf sein Bauchgefühl verlassen sollte.

MusikBlog: Gab es irgendeinen Anstoß?

Greg Dulli: Nein, eigentlich nicht. Ich wusste, dass sich meine Band-Kollegen nach den letzten Shows erstmal mit anderen Dingen und Projekten beschäftigen. Das gab mir eine gewisse Entscheidungsfreiheit. Ich hab dann einfach mit dem Schreiben angefangen. Das war eigentlich alles ziemlich easy. Ich meine, ich bin ein Typ, der gerne was zu tun hat. Klar, ich chille auch mal gerne. Aber ich bin Musiker, und am Ende des Tages bin ich happy, wenn ich irgendwie auch ein bisschen kreativ war.

MusikBlog: Der Albumtitel verspricht Leidenschaft, Verlangen und Unvorhergesehenes. Auf dem Cover sehen wir das Innere eines Autos, inklusive brennendem Lenkrad. Wie passt das zusammen?

Greg Dulli: Oh, da habe ich meine eigenen Bilder im Hinterkopf.

MusikBlog: Wie sehen diese Bilder aus?

Greg Dulli: Das werde ich nicht verraten. Da soll sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ich möchte den Leuten nicht in ihre Fantasien reinpfuschen. Ich fände es auch nicht cool, würde das jemand bei mir versuchen.

MusikBlog: Willst du uns aber etwas mehr über die Sound-Hintergründe verraten?

Greg Dulli: Sehr gerne. Aber auch hier muss ich gestehen: Es gibt bestimmt spannendere Geschichten. (lacht)

MusikBlog: Das kann ich mir kaum vorstellen. In meinen Ohren hast du es wieder einmal geschafft, unheimlich viele Türen zu öffnen, ohne dabei deine Trademarks aus den Augen zu verlieren. Wie gelingt dir das immer und immer wieder?

Greg Dulli: Das ist ein schönes Kompliment. Da steckt aber, ehrlich gesagt, kein Rezept oder Konzept hinter. Ich habe einfach mit dem Schreiben angefangen. Irgendwann hatte ich fünf oder sechs fertige Demos. Die restlichen Songs haben sich dann automatisch am großen Ganzen orientiert.

So entstand ein ziemlich buntes, aber am Ende auch homogenes Potpourri aus Rock, Pop und was sonst noch alles so interessant für mich klingt. Abwechslung spielt bei mir immer eine große Rolle. Das ist wie im richtigen Leben: Jeder Mensch hat eine eigene Persönlichkeit. Das macht ihn interessant und einzigartig. Bei Liedern ist es ähnlich.

MusikBlog: Was oder wer hat diesmal inspiriert?

Greg Dulli: Das lässt sich gar nicht eingrenzen. Ich lass mich von so vielen Dingen beeinflussen und inspirieren. Ich bin beispielsweise ein Typ, der permanent Musik konsumiert. Ich höre unglaublich gerne Soundtracks, Jazz und klassische Musik. Dabei kann ich mich wunderbar entspannten. Ich höre aber manchmal auch einfach nur Radio – ganz unspektakulär. Mein Lieblingssender ist ein französischer namens „fip“. Die spielen da viel Reggae, Soul, Rock und Jazz. Vieles davon höre ich meist zum ersten Mal. Und da sind immer richtig tolle Sachen dabei. Kann ich nur empfehlen.

MusikBlog: Vielen Musikern geht es bei einem Solo-Album auch um Selbstverwirklichung. Man will auch mal die komplette Kontrolle haben und keine Kompromisse eingehen. Auch du hast deine Songs fast alle im Alleingang eingespielt. Hast du diesen Prozess genossen?

Greg Dulli: Das habe ich, in der Tat. Aber nicht, weil ich das Gefühl habe, dass mich das Arbeiten mit anderen Menschen einschränken würde. Ich arbeite nämlich sehr gerne mit anderen Leuten zusammen. Aber ja, man genießt schon mehr Freiheiten wenn man alleine arbeitet. Und das hat natürlich auch was für sich.

MusikBlog: Zum Beispiel?

Greg Dulli: Naja, alles geht ein bisschen schneller. Man muss ja auf niemanden warten. Man hat die Intensität des Ganzen selbst in der Hand. Auf der anderen Seite stößt man musikalisch aber schneller an Grenzen. Man kann ja nicht jedes Instrument perfekt spielen, verstehst du? Ich kann das jedenfalls nicht. Daher habe ich mir hier und dort auch helfen lassen.

MusikBlog: Ich kann mir vorstellen, dass du bestimmt auch nochmal gerne mit deinem Langzeitkollegen und guten Freund Dave Rosser (Der Gitarrist erlag im Juni 2017 einem langen Krebsleiden) zusammengearbeitet hättest. Was machte Dave deiner Meinung nach zu einem besonderen Menschen?

Greg Dulli: Dave war wohl das, was man sich unter einem perfekten Menschen vorstellt. Ihn haben einfach alle geliebt. Wenn er irgendwo einen Raum betrat, dann mussten alle lächeln. In seiner Anwesenheit hatte schlechte Laune nicht den Hauch einer Chance. Er ist einfach viel zu früh von uns gegangen.

Immer wenn ich an ihn denke, und das passiert mehrmals täglich, bin ich froh, dass ich ein Teil seines viel zu kurzen Lebens sein konnte. Er war einfach immer für mich da. Er war in all meine Projekte involviert, und ich habe mit ihm hunderte Shows weltweit gespielt. Er war wie Buddha: Immer nett, immer verständnisvoll und immer umgeben von einer positiven Aura.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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