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Johnossi – Torch // Flame

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Schwierige Entscheidungen zu treffen, sind die kognitiv anspruchsvollsten Aufgaben, die das menschliche Gehirn leisten kann. Hier kommt eine vergleichsweise leichte:

Man kann auf Netflix die aktuell mit Nachdruck beworbene und leicht verunglückte deutsche Romantikkomödie „Issi und Ossi“ anschauen, sich in der gleichen Zeit aber auch fast dreimal durch das neue Album von „John und Ossi“ hören.

Ein klarer Fall, Johnossi gewinnen mit Leichtigkeit! Das sechste Album des schwedischen Duos von Gitarrist und Sänger John Engelbert und Oskar ‚Ossi‘ Bonde ist eine Freiluftplatte, mit der sich die paar Minuten mehr Tageslicht jeden Morgen instant am Schlafittchen herbei ziehen und Binge-Watching wie Zeitvergeudung anmuten lassen.

Das passiert Johnossi deshalb, weil sie leichtfüßiger sind als die meisten Rock-Duos, die versuchen, druckvoll wie Presslufthammer zu klingen. Johnossi sind mehr als ein Duo, sie klingen wie eine voll ausstaffierte Rock-Band, nach einer wie den Beatsteaks, inzwischen nach den besseren Beatsteaks.

Der Vibe der Berliner, vor allem der von „Living Targets“, weht nicht nur durch Songs wie „The Beat“, die nach durchzechten Nächten entstanden und dann selbstkritische Euphorie versprühen. Zu Zeilen wie „I feel like cancer spreading in my body“ und „Hey Boy don’t fuck around“ wird der Kater in der Grossstadt aus dem Körper gelaufen.

Kurz darauf folgt die Scham über den eigenen Egoismus, der mit „Echoes“ dem destruktiven Individualismus abschwört: „If our love is a losing game/ The player is an asshole“ Volltreffer! Weiterlaufen.

Versöhnlicher wird es erst mit „Heavens (Then We Begin)“, bei dem sich das Gefühl einstellt, das man wohl bald wieder an diesem Punkt sein wird – bis schließlich mit dem leisetretenden, aber großartig arrangierten „Sleeping In“ die Katharsis abgeschlossen wird.

Dieser wohlgeformte Spannungsbogen sorgt für Johnossis dynamischste Platte, bedeutet an einige Stellen ein Schritt zurück zu ihren rauen Ursprüngen und wirkt wie eine Entscheidungshilfe.

Vor allem aber ist „Torche//Flame“ ein Album, das der Passivität den wohl-gemeinten Arschtritt verpasst, gerade, wenn man es zuvor mal wieder nicht so gut mit sich selbst gemeint hat.

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