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Everything Everything – Mountainhead

Außen Party, innen Abgrund: Everything Everything klingen immer wie die elektronischen Cousins von Sparks, die nicht still sitzen können. Wer jedoch genauer zuhört, entdeckt völlig andere Welten, als man erwartet hätte. Auch Platte Nummer 7 macht unter dem Namen “Mountainhead” nichts anderes als Schwarzmalen. Aber etwas Hoffnung darf auch mit in den Club.

Mit ihrer letzten Platte “Raw Data Feel” hat das Quartett den thematischen Fokuspunkt gesetzt, der nun weitergeführt wird. Das Vorgängeralbum von “Mountainhead” wurde mit Hilfe einer eigenen KI entwickelt, die mit allerlei Inhalten von “Beowulf” bis LinkedIn gefüllt wurde.

“Mountainhead” ist inhaltlich wieder etwas weniger performativ, sondern hinterfragt explizit, wo das denn alles noch hinführen soll mit ChatGPT & Co. Eine Frage, die “Mountainhead” mit bedrückenden Farben malt und das von Kapitalismus bis zum Umweltschutz.

Klingt nach der Erde, ist aber eigentlich in einem Paralleluniversum angesiedelt. Sänger Higgs erzählt von einer Welt, in der die gesamte Gesellschaft in einem riesigen Berg lebt – und ein “Mountainhead” sei eben jemand, der möchte, dass dieser Berg immer größer wird. Fühlt sich da jemand angesprochen?

So viel zum Inhalt. musikalisch ist diese Platte dafür wieder so tanzbar wie eh und je. Allen voran in den drei Vorab-Singles “The End Of The Contender”, “Cold Reactor” und “The Mad Stone“, die alle zu den fraglos besten Songs gehören, die Everything Everything bisher veröffentlicht haben.

Es pulsiert an allen Ecken und Enden, Higgs ist mit seiner Kopfstimme wieder völlig in den Wolken, dazu sind die Grooves, Beats und Melodien dramatisch und eingängig zugleich.

Im Kontrast zu diesen Episoden, in denen Everything Everything vor Energieschüben durch jede Wand zu laufen scheinen, stehen die ruhigen, langsamen Passagen dieser Platte. Davon gibt es für EE-Verhältnisse überraschend viele:

Ob der fließende, dramatische Schwall des Openers “Wild Guess”, das gigantische “TV Dog” oder das niedergeschlagene “Your Money, My Summer” – Everything Everything haben mal wieder die Hymnen geschrieben, nach denen Imagine Dragons schon seit vielen Jahren suchen. Größer geht’s nicht.

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