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Moddi – Live im Artheater, Köln

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Während vor der Türe Sabine wütet, ist es im Artheater gemütlich warm. Nicht allzu viele haben sich von dem Sturmtief abhalten lassen und so ist die Location zwar längst nicht ausverkauft, aber doch gefüllter als man aufgrund der Wetterlage und verzweifelten Facebook-Posts mit alternativen Terminwünschen erwartet hätte.

Viel Raum für Verspätungen lässt Moddi seinen Zuhörern nicht, denn bereits um Viertel nach Acht läutet der Gong, und keine fünf Minuten später steht der Norweger alleine mit einer Gitarre und einem Mikrofon auf der Bühne.

Er kommt auf den leisesten Sohlen daher. Während der ersten drei Songs hört das Publikum so still und andächtig zu, dass man Angst hat sich zu bewegen, weil das schmatzende Geräusch mit dem sich die Schuhe vom verklebten Boden als Zeuge der Vorabend-Party ablösen, sich in Anbetracht dieser zerbrechlichen Musik wie Fluglärm anhört.

Lediglich beim Titelsong seines aktuellen Albums „Like In 1968“ dreht Moddi stimmlich etwas auf.

Aber nach diesem ersten Block ist die leicht angespannte Atmosphäre schnell gelockert, denn der Norweger entpuppt sich als wahrer Entertainer und das, was an diesem Abend im Artheater passiert, fühlt sich nicht nur dank des ungemütlichen Wetters vor der Türe an wie ein Wohnzimmerkonzert.

Das liegt zu großen Teilen an Moddis unglaublich sympathischer Art. Mit hörbarem Akzent redet er das gesamte Konzert auf Deutsch und erntet alleine dadurch den ein oder anderen Lacher. Besonders viel Raum für Erzählungen widmet er seinem letzten Projekt „Unsongs“.

„Kennt ihr die Band Pussy Riot? Sie waren in Russland im Gefägnis wegen eines ihrer Lieder. Ich habe die Geschichte gehört, bevor ich ihre Musik gehört habe. Kennt ihr diese Musik?

Als ich Pussy Riot zum ersten Mal gehört habe, musste ich nach 15 Sekunden abbrechen, weil es für mich klang wie Nägel, die über Metal kratzen.“ Das alles muss man sich mit einem charmanten Akzent und verfremdeten Floskeln à la „Als ich tiefer ging in Pussy Riot“ vorstellen.

Was auf diese lustige Anmoderation folgt, ist Musik in ihrer reinsten Form. Nachdem Moddi vom Tontechniker eine „Kathedrale, nicht ganz so hoch wie der Kölner Dom“, auf seinem Mikro fordert, performt er „Punk Prayer“ komplett a capella:

Mal zurückhaltend, nicht mehr als ein Flüstern, mal reißt er die Augen und treibt seine Stimme an den äußeren Rand. Hier bleibt kein Armhärchen an seiner gewohnten Stelle.

Neben einigen neuen Songs seines aktuellen Albums „Like in 1968“, gibt es auch Platz für ganz alte Titel. „Vor der Tour habe ich eine Nachricht von einem Mann aus Süddeutschland bekommen. Er hat geschrieben, dass er sich so auf die Tour gefreut hat und sich mit seiner Frau Karten gekauft hat.“.

Und weiter: „Aber dann hat er gesehen, dass ich alleine auf Tournee gehe und er hat mir geschrieben, dass er findet, dass meine Musik ohne Geige wertlos ist und er seine Karten wieder verkauft hat. Ich weiß nicht, ob man so in Deutschland Komplimente macht? Also Köln, könnt ihr meine Geige sein?“

Zu „Smoke“ imitiert das Publikum so treffsicher die Geigenklänge, dass Moddi kurzentschlossen seine Gitarre aussteckt, sich an den Bühnenrand stellt und seinen großen Background-Chor in klanglicher Ausgewogenheit zum Ende dirigiert.

Zu einer Zugabe lässt sich der Norweger trotz anstehender Reise durch Sturmtief Sabine nach Berlin dennoch hinreißen. Nachdem er das Publikum zum Sitzen auffordert, stellt er sich alleine mit Gitarre zwischen die Sitzenden und kommt mit „Magpie Eggs“ einem Liedwunsch nach.

In dieser intimen Atmosphäre zeigt sich einmal mehr, wie sehr Moddi seine beiden Instrumente beherrscht, denn auch ohne Mikrofon entfaltet seine Stimme eine Sogkraft, der man sich nicht entziehen kann.

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