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Waxahatchee (Credit Christopher Good)

Waxahatchee – Saint Cloud

„I want it all” singt Katie Crutchfield alias Waxahatchee im Opener „Oxbow” und kündigt mit dieser Queen-Referenz in lieblicherem Ton als ihre Urheber an, was sich innerhalb der nächsten 40 Minuten auf „Saint Cloud” bewahrheiten wird:

Waxahatchee hat auf ihrem mittlerweile fünften Studio-Album tatsächlich „alles” und somit alles richtig gemacht.

Clevere Lyrics, Introspektion, Hoffnung und eine vielseitige Stimme, die auf einem weichen Fundament aus Americana und Folk nicht nur die ruhigen Momente, sondern auch die eindringlichen zur vollen Entfaltung bringt.

Das einzige, was Fans der ersten Stunde vermissen könnten, ist jeglicher rockige Lo-Fi-Indie-Charme der Debüttage Waxahatchees. Dementsprechend regnet es bei „Saint Cloud” eher Kurt-Vile-Referenzen statt die der Slacker-Großväter von Dinosaur Jr.

Bestes Beispiel dafür ist „The Eye”, das einen als unaufdringliche Nummer zwischen Ballade und Hoffnungsträger mit einer Portion Ruhe und Gelassenheit ummantelt, die einem in der heutigen Zeit wie ein entfernter Bekannter erscheint. Dazu trägt nicht zuletzt die unbeschwerte Basslinie und Crutchfields eingängiger Gesang bei.

Die sanfteren Töne in der Instrumentierung, bei denen sicherlich auch Produzent Brad Cook – der unter anderem bei Bon Iver schon an den Reglern stand – sein Händchen im Spiel hatte, rücken Crutchfields Lyrics unweigerlich weiter in den Vordergrund als noch auf ihren vergangenen Platten.

Ein großer Gewinn, denn die US-Amerikanerin findet für alle Themen auf „Saint Cloud”, die von Selbstakzeptanz über gescheiterte Beziehungen den Bogen bis hin zu Nüchternheit und der eigenen Kreativität schlagen, die richtigen Worte.

„I have a gift, I’ve been told, for seeing what’s there / And I will chase all the rain, put it down, call it paint / To possess something arcane, oh it’s a heavy weight”, reflektiert Crutchfield beispielsweise in „The Eye” über ihr kreatives Arbeiten.

Der vielleicht schönste Refrain von „Saint Cloud” findet sich in „Lilacs”. Trotz simpler Songstruktur und klassischer Besetzung schafft Crutchfield es mit der eingängigen Melodie, der perfekten Intensität ihrer Gesangslinie und den großartigen Lyrics „If I’m a broken record, write it in the dust, babe / I’ll fill myself back up like I used to do / And if my bones are made of delicate sugar / I won’t end up anywhere good without you” zu verzaubern.

Da wünscht man sich doch gleich, dass „Saint Cloud” tatsächlich eine kaputte Schallplatte ist und einfach sofort nochmal von vorne anfängt zu spielen.

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