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Enter Shikari (Credit Derek Ridgers)

Enter Shikari – Nothing Is True And Everything Is Possible

Auf Enter Shikaris neuem Album „Nothing Is True & Everything Is Possible“ ist der Name Programm. In Stein gemeißelte Wahrheiten gibt es darauf nicht, möglich ist alles.

Die Platte gleicht einer Wundertüte, in der für alle etwas dabei sein sollte. Um als Gesamtwerk wirklich zu überzeugen, fehlt aber die Einsicht, dass die wahre Kunst manchmal darin liegt, Möglichkeiten auch auszuschöpfen, statt nur viele davon aufzuzeigen.

Denn: Jeder Song klingt anders, verbunden sind sie durch ungewöhnliche – und zuweilen leider recht anstrengende – Instrumentation: Das City of Prague Philharmonic Orchestra wird ebenso eingebaut wie Retro-Synthies oder absurde Mengen an Autotune.

Während eine innovative Herangehensweise an sich natürlich nicht verwerflich ist, hat man beim Durchhören trotzdem oft den Eindruck, dass nur ein bisschen an Oberflächen gekratzt wird, wo es sich lohnen würde, in die Tiefe zu gehen.

Den vier Engländern kann man auf diesem Album allerdings zwei Dinge nicht absprechen. Zum einen die gewaltige Portion Mut:

Angefangen bei der Tatsache, dass Frontsänger Rou Reynolds „Nothing Is True & Everything Is Possible“ auch selbst produziert hat, über das Vaporwave-goes-Werbeplakat-Cover, bis hin zu den Tracktiteln, die mit ihrer stilisierten Schreibweise an einen MSN-Status im Jahr 2009 erinnern – die Chuzpe, etwas zu riskieren, haben Enter Shikari auf jeden Fall auch auf ihrem sechsten Studioalbum nicht verloren.

Der andere Punkt, den man ihnen zugute halten muss, ist, dass man die hohen Ambitionen, die hinter der Platte stecken, in jedem Takt spüren kann – zu bewerten, ob das ein positives oder negatives Attribut ist, liegt bei jedem selbst.

Während „Nothing Is True & Everything Is Possible“ also, um noch einmal den oben erwähnten Vergleich zur Wundertüte zu bemühen, manche enttäuscht zurücklassen mag, gibt es darauf auch durchaus überzeugende Momente:

Auf „Waltzing Of The Face Off The Earth“ bleiben Enter Shikari ihrem Selbstverständnis als politische Band treu und thematisieren den Klimawandel.

Und „{The Dreamer’s Hotel}“ ist im Kern eine Pop-Punk-Hymne, die MySpace-Nostalgiker ebenso begeistern dürfte wie Nintendocore-Neulinge.

Reynolds kündigte das Album als jenes an, das man einem Kumpel geben solle, um ihn mit Enter Shikari anzufixen. Wahrscheinlich hat er damit nicht Unrecht, schließlich geben die 15 Titel einen guten Überblick darüber ab, was die Band auf dem Kasten hat und welche musikalischen Phasen sie in ihrer Karriere schon durchlaufen haben.

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