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Es dürfen sich alle umarmt fühlen – Other Lives im Interview

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Das perfekte Zwischenspiel aus leisen und lauten Tönen ist die vielleicht größte Kunst. Und dabei spielt das Genre keine Rolle. Egal ob Rock, Pop, Blues oder Elektro: In jeder Branche versuchen sich die Avantgardisten ihres Fachs an der perfekten Laut-leise-Mixtur. In der etwas tiefergelegten Handmade-Szene, dort wo man auch mal gerne am Lagerfeuer musiziert, werkeln die Jungs von Other Lives nun schon seit über einem Jahrzehnt am idealen Achterbahn-Klangbild.

Mit ihrem neuen Studioalbum „For Their Love“ starten die Herren Jesse Tabish, Jonathon Mooney und Josh Onstott nun einen neuen Versuch. Im Zuge der Promo für das neue Schaffen trafen wir uns virtuell mit Frontmann Jesse Tabish zum Interview und sprachen über die perfekte Verschmelzung, den Blick zurück und die Liebe des Lebens.

MusikBlog: Jesse, euer neues Studioalbum trägt den Titel „For Their Love“. Wer darf sich hier besonders umarmt fühlen?

Jesse Tabish: Es dürfen sich alle umarmt fühlen. Natürlich habe ich einen persönlichen Bezug zum Titel und zum Inhalt des Songs. Aber den möchte ich nicht preisgeben. Mir ist es wichtig, dass sich die Leute ihr eigenes Bild machen. Jeder, der sich hier angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen. Die Liebe ist schließlich ein universelles Gut.

MusikBlog: Das Cover ziert das Foto eines urgemütlichen Hauses im Wald. Ein bestimmter Ort?

Jesse Tabish: Ja, auf jeden Fall. Wir haben während des Albumprozesses in diesem Haus gelebt und gearbeitet. Wir haben sogar das Video zur Single „Lost Day“ dort gedreht. Man hat ja irgendwie immer einen besonderen Bezug zu bestimmten Orten. In diesem Fall war es einfach so, dass die Musik und Haus irgendwie miteinander verschmolzen sind. Da gab es eine ganz besondere Verbindung. Schwer zu erklären.

MusikBlog: Euer letztes Album „Rituals“ steht nun schon seit knapp fünf Jahren im Regal. Das Finden dieser Konstellation, in der, wie du sagst, Musik und Umgebung auf eine ganz besondere Weise miteinander verschmelzen, war scheinbar kein simples Unterfangen, oder?

Jesse Tabish: Alles braucht seine Zeit. Ich weiß noch, dass ich direkt im Anschluss an die Veröffentlichung von „Rituals“ viele Kämpfe in meinem Kopf ausgetragen habe. Da war ganz viel Gerangel in meinem Hirn. Wir haben zu der Zeit unheimlich viel mit Computern gearbeitet, viel technisches Zeugs ausprobiert und unzählige Spuren übereinandergelegt.

Ich wollte das dann nicht mehr. Ich wollte wieder zurück zum klassischen Band-Modell. Irgendwann hatte ich dann drei sehr intensive Monate hinter mir, in denen ich zusammen mit meiner Frau Demos für ein neues Album angesammelt hatte, die meiner Ansicht nach genau in die richtige Richtung gingen. Das war quasi der Beginn von „For Their Love“.

MusikBlog: Wer oder was stand dir diesmal in puncto Inspiration zur Seite?

Jesse Tabish: Da war zunächst das eigene Bedürfnis, die Dinge wieder so anzugehen wie früher. Ich hab mich dann irgendwann vermehrt mit Musik aus den letzten zehn Jahren beschäftigt. Das war jetzt aber keine bewusste Entscheidung. Das hat sich irgendwie einfach so ergeben.

MusikBlog: Inhaltlich geht es „um das Reflektieren von Emotionen im Hier und Jetzt“. Um welche Gefühle geht es genau?

Jesse Tabish: Im Allgemeinen geht es um allgegenwärtige Gefühle, die uns tagtäglich begleiten. Textlich ist das alles auch zweigeteilt zu betrachten. Da ist zum einen natürlich die persönliche Seite, all das, was mich in der Zeit des Schreibens beschäftigt hat. Und das war nicht wenig. Ich hatte beispielsweise mit Depressionen zu kämpfen. Man versucht dann natürlich erst einmal, die eigenen Baustellen anzugehen. Dieser Heilungsprozess erstreckt sich irgendwann aber automatisch auch über die eigenen Grenzen hinaus. Die Tür ist dann offen, und man hofft, dass man mit seinen Gedanken auch andere Menschen erreicht.

MusikBlog: Das klingt nach einer ziemlich großen Herausforderung.

Jesse Tabish: Inhaltlich betrachtet war es definitiv nicht einfach. Die Texte sind wirklich sehr persönlich. Diese Transparenz fällt nicht einfach so vom Himmel. Da muss man schon ganz schön mit sich kämpfen.

MusikBlog: Konnte die Musik ein Gleichgewicht herstellen?

Jesse Tabish: Ja, die Musik war unheimlich wichtig. Und dieser Part war auch völlig stressfrei. Ich würde jetzt nicht sagen, dass mir alle Songs in den Schoß gefallen sind. Aber es war diesmal doch wesentlich befreiter. Ich wusste bereits sehr schnell, was ich musikalisch wollte. Diese Gewissheit hat mir beim Schreiben der Songs unheimlich geholfen. Früher stand ich vor einer Albumproduktion oftmals da und sah nur Fragezeichen. Das war diesmal ganz anders.

MusikBlog: Habt ihr euch auch deshalb dazu entschlossen, das Album ohne Hilfe von außen aufzunehmen?

Jesse Tabish: Ja, dieses neue Selbstbewusstsein hat da sicherlich mit reingespielt. Ich meine, es hat zwar alles länger gedauert. Aber das Warten und die viele Arbeit haben sich gelohnt. Kontrolle ist schon ein sehr wichtiger Punkt. Je tiefer man als Künstler in seiner Arbeit drinsteckt, desto mehr kann man am Ende auch rausholen.

MusikBlog: Du hast vorhin deine Ehefrau (Kim Tabish) erwähnt, die dir beim Ausarbeiten der Demo-Ideen mit Rat und Tat zur Seite stand. Das war in puncto helfender Zuarbeit aber nicht alles, richtig?

Jesse Tabish: Ich glaube, dass ich es als Musiker nicht besser haben könnte. (lacht) Ich habe meine Frau auf Tour kennen und lieben gelernt, als wir in Deutschland unterwegs waren. Vor knapp zwei Jahren haben wir geheiratet. Sie ist einfach unglaublich. Sie ist nicht nur die Liebe meines Lebens, sondern auch ein unfassbar kreativer Kollaborationspartner. Sie singt mit mir, schreibt mit mir Texte und bringt sich voll mit ein. Wie gesagt: Es hätte mich nicht besser treffen können. Ich bin so froh, glücklich und dankbar, dass ich sie an meiner Seite habe.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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